Teratocyten

[ Einführung ]


Die auch als Nährzellen bezeichneten Teratocyten treten bei verschiedenen parasitischen Hymenopteren im Zuge ihrer Larvalentwicklung im Körper der Wirte in Erscheinung. Sie entstehen offenbar aus der sogenannten extra-embryonalen Membran (Serosa) der Parasiteneier, die zunächst als Trophamnion den Parasitenembryo umgibt und die ihrerseits von den Polarkörperchen herstammen dürfte. Wenn das Ei schlüpft, beginnt die Serosa sich aufzulösen und Einzelzellen oder Zellklumpen in die Haemolymphe des Wirtes abzugeben. Die Anzahl dieser Trophoserosa-Zellen ist artspezifisch und schwankt zwischen etwa einem Dutzend bei den Zehrwespen bis zu etwa 800 je Wirtslarve bei den Brackwespen. Die Zellen teilen sich nicht weiter, schwellen aber enorm an, so daß ihr Durchmesser oft um das Zehnfache und das Volumen um das Mehrtausendfache zunehmen kann, was ihnen auch den Nahmen Riesenzellen eingetragen hat. Oft füllen sie dann das ganze Innere des parasitierten Wirtes aus. Solche Teratocyten treten vor allem bei den Braconiden in verschiedenen Unterfamilien auf, sind aber auch bei den Platygasteriden und Scelioniden, nachgewiesen. Hingegen fehlen sie offenbar bei den Ichneumoniden und den Chalcidoidea.


Es wird angenommen, daß diese Riesenzellen eine dreifache Funktion haben können:

  • Da sie im Laufe der Parasitenentwicklung an Zahl und Größe meist abnehmen, dürfte es sich um Nährzellen handeln, die von der Parasitenlarve konsumiert werden und sie eventuell mit speziellen Nährstoffen versorgen.

  • In anderen Fällen bleiben die Teratocyten bis zum Abschluß der Schmarotzerentwicklung weitgehend erhalten, was gegen eine nutritive Rolle der Riesenzellen spricht. Man nimmt deshalb an, daß sie auch der Immunabwehr dienen und die Einkapselung des Parasiten durch Blutzellen des Wirtes verhindern, indem sie die Phenoloxidase-Aktivität der Wirtshaemolymphe hemmen.

  • Zum Dritten wird schließlich vermutet, daß Teratocyten auch eine sekretorische Funktion haben, wobei sie die Gewebe des Wirtes enzymatisch aufschließen und dem Parasiten zugänglich machen.


Neuere Beobachtungen und in-vitro Versuche deuten ferner darauf hin, daß die Riesenzellen mit dem Juvenilhormon-System des Wirtes interferieren und dessen Wachstum abstoppen können. Schließlich wurden in einem Falle auch fungistatische Effekte auf den Wirt postuliert.

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Last modified: 12.03.02