Solitärparasitoide

[ Einführung , Kriterien , Gregärparasitoide ]


Die Mehrzahl der parasitoiden Insekten durchlaufen eine solitäre Entwicklung, d.h. es kann sich nur ein einziges Schmarotzerindividuum je Wirt entwickeln, auch dann, wenn ausnahmsweise mehrere Eier der gleichen Art in einunddasselbe Wirtsei abgelegt wurden ("Superparasitierung").

Da viele Parasitoiden-Imagines nicht wesentlich kleiner sind als ihre Wirte, ist es verständlich, daß in diesen Fällen das Wirtsindividuum nur ausreichend Nahrung für eine einzige Parasitoidenlarve bietet, umsomehr als Teile des Wirtskörpers, z.B. die Kopfkapsel, die Haut etc., vom Schmarotzer nicht verwertet werden können und eine Parasitoidenlarve maximal nur etwa 50-70% der der Biomasse des Wirtes in eigene Biomasse umsetzen kann.

Solitärparasiten treten somit vor allem bei kleinen Wirten bzw. Wirtsstadien auf bzw. bei großen Parasitoiden, wie etwa bei echten Schlupfwespen oder Raupenfliegen, deren Wirte nicht wesentlich größer sind.

Solitärparasiten von geringer Körpergröße können jedoch auch bei sehr großen Schmetterlingsraupen auftreten. Hier wird dann nur ein Bruchteil der Biomasse des Wirtes vom Schmarotzer genutzt. Häufig wird die Wirtslarve vorzeitig verlassen und kann dann noch einige Zeit, wenn auch moribund, weiterleben.


P-Online

Last modified: 12.03.02