Fam.: Stylopidae


( Strepsiptera )


Eine weltweit verbreitete Familie, die auch in Europa relativ artenreich vertreten ist und in Mitteleuropa mehr als ein Dutzend Arten umfaßt. Es handelt es um eine hochentwickelte Gruppe, deren Arten ausnahmslos bei verschiedenen aculeaten Hymenopteren schmarotzen. Die Männchen unterscheiden sich von denen der Elenchidae durch das Vorhandensein eines löffelförmigen Subalare am Metathorax; bei den Weibchen ist die Dorsalseite des abgeflachten Cephalothorax sklerotisiert und die Brustspalte schlitzförmig entwickelt.


Die wichtigsten heimischen Arten der Stylopidae

Die bei uns häufigsten Arten sollen kurz besprochen werden:
  • Nordwärts bis etwa zur Mainlinie verbreitet und häufig ist Xenos vesparum, deren befruchtete Weibchen in den Weibchen von Polistes-Arten (Faltenwespen) überwintern. Die Junglarven werden im Frühjahr auf Blüten abgesetzt und dort von den Nachkommen der Wirtsweibchen in die Nester verschleppt, wo sie zunächst die junge Brut infizieren und sich in den Wespenlarven und Puppen weiterentwickeln. Die Puparien brechen an den Wirtsimagines vom Juni bis August durch; es liegt also bei uns ein univoltiner Entwicklungszyklus vor.
  • Pseudoxenos heydeni findet sich vor allem in Südeuropa, aber auch in wärmeren Gebieten Mitteleuropas. Die Art schmarotzt bei verschiedenen Ancistrocerus-, Odynerus-Arten und anderen Eumeniden, doch ist ihre Biologie noch unerforscht.
  • Paraxenos sphecidarum ist vom Mediterrangebiet bis in die Norddeutsche Tiefebene verbreitet. Als Wirte fungieren Grabwespen der Gattungen Ammophila und Sphex.
  • Hylecthrus rubi, ebenfalls bis Norddeutschland reichend, lebt in Bienen der Gattung Hylaeus (Colletidae) und überwintert als Larve in einer Wirtslarve.
  • Die 3 Arten der Gattung Halictoxenos sind gleichfalls bei Bienen, jedoch ausschließlich in solchen der Großgattung Halictus s.l. (Halictidae), anzutreffen.
  • Die häufigste Fächerflügler-Art der gesamten Westpaläarktis ist jedoch die Stylops melittae, die nordwärts bis Skandinavien verbreitet ist und zahlreiche Arten der umfangreichen Bienengattung Andrena parasitiert. In der Gattung Stylops sind in Europa eine große Zahl von angeblich hochgradig wirtsspezifischen "Arten" beschrieben worden, die aber wohl keine Berechtigung haben und vorläufig zu einer einzigen Art zusammengezogen wurden. Allerdings ist festzustellen, daß S. melittae vermutlich keine homogene Art repräsentiert. Vielmehr lassen sich bei den Imagines gewisse morphologische Unterschiede erkennen, die gut mit Unterschieden im Wirtskreis korrelieren. Es läßt sich jeweils eine morphologisch näher zusammengehörige Gruppe von Stylops einer Untergattung von Andrena zuordnen, doch scheint es verfrüht zu sein, S. melittae in mehrere Arten aufzuspalten. Die Biologie der Art ist bisher nur im Berliner Raum in Beziehung zur Wirtsart Andrena vaga genauer untersucht worden.

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Last modified: 12.03.02