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Fam.: Mantispidae |
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Fanghafte |
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[ Neuroptera ] |
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Kleine bis mittelgroße
Neuropteren, die durch den stark verlängerten Prothorax,
den dreieckigen Kopf, die großen Komplexaugen und vor
allem durch die Vorderbeine vom "Klappmesser-Typ" an
Mantiden erinnern. Weltweit sind etwa 350 Arten beschrieben, vor
allem aus den Tropen. In Europa kommen nur 5 Arten vor, die im
wesentlichen auf den Mittelmeerraum beschränkt sind. Nur
Mantispa styriaca stößt vom Süden her bis
in das Pariser Becken, in das Oberrheintal, die Magdeburger
Börde und nach Niederösterreich und Mähren
vor. Unsere Mantispa-Arten fliegen im Hochsommer und fangen als Imagines mit ihren Raubbeinen kleine Dipteren und andere Insekten, die sie mit ihren kräftigen Kiefern zerkleinern. Man findet sie vor allem in trocken-warmen Biotopen mit lockerer Baum- und Strauchvegetation. Die Weibchen legen bis zu 8000 Eier in großen Gruppen an die Rinde von Bäumen oder auf Blätter ab, oft mehrere Weibchen am selben Ort, so daß große Aggregationen kurz-gestielter, Chrysopa-artiger Eier auftreten können. Die campodeiformen, sehr beweglichen, mit langen Antennen und Laufbeinen ausgestatteten Junglarven schlüpfen einige Wochen später und suchen zunächst Überwinterungsquartiere auf. Erst im folgenden Frühjahr begeben sie sich auf die Suche nach Eikokons von Spinnen (Lycosidae, Clubionidae, Drassidae etc.). Diese Wirtssuche erfolgt entweder direkt oder - zumindest bei einigen Arten - durch Phoresie auf dem Umweg über Spinnenweibchen. Im letzteren Falle heftet sich die Mantispa-Junglarve meist vorne am Opisthosoma einer vorbeikommenden Spinne an. Während der Häutung der Spinne versteckt sich der Schmarotzer in der Bücherlunge. Befallene Spinnen benötigen länger für ihre Entwicklung und bleiben kleiner. Weibliche Spinnen häuten sich jedoch einmal weniger, so daß ihre Entwicklungsverzögerung wieder kompensiert wird. Wenn die Spinne zur Ablage der Eier übergeht, verläßt die Mantispa-Larve ihren Transportwirt und bohrt sich in den Eikokon ein. Hier wandelt sie sich zu einem madenförmigen, parasitisch lebenden 2. und später zum ebensolchen 3. Larvenstadium um, welche nur mehr Stummelbeine aufweist. In der Regel entwickelt sich nur eine einzige Larve im Eikokon des Wirtes, selbst wenn mehrere Larven eingedrungen sind. Die Verpuppung erfolgt in einem selbstgesponnenen Kokon innerhalb der Larvenhaut im Eikokon der Wirtsspinne. Die Generation ist - soweit bekannt - einjährig. |
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