Biologie der parasitoiden Hymenopteren

[ Hymenoptera ]


Die Imagines sind meist tagaktiv, selten nur nachts und die Mehrzahl der Arten sind Blütenbesucher oder nehmen Honigtau auf. Häufig tritt auch ein sogenanntes "host feeding" auf, d. h. die Weibchen stechen ihre Wirte nicht nur zur Eiablage an, sondern nehmen auch die austretende, eiweißreiche Haemolymphe als Nahrung auf. Die Kopula, der gelegentlich ein Massenschwärmen der Männchen vorausgehen kann, ist meist kurz und auch die Präovipositionsperiode des Weibchen ist, im Vergleich zu vielen Dipteren, stark verkürzt. In der Regel werden nur unreife Eier abgelegt, lediglich einige Schlupfwespen (z. B. gewisse Tryphoninen) tragen ihre Eier länger am Ovipositor und legen sie in einem fortgeschrittenen Stadium der Embryonalentwicklung ab. Nur selten werden die Eier vom Wirt mit der Nahrung aufgenommen (einige Trigonaliden), während ein Planidium-Junglarvenstadium häufiger vorkommt (z. B. bei den Perilampiden). Die Zahl der Larvenstadien liegt maximal bei fünf. Häufig ist sie reduziert, doch läßt sie sich vor allem bei Endoparasiten schwer feststellen. Die Verpuppung erfolgt entweder in einem Kokon oder frei unter oder in den Wirtsresten. Puppenparasiten bilden meist keinen Kokon, sondern verpuppen sich in der leeren Wirtspuppe; auch Parasiten von endophagen Wirten (Minierer, Gallenbewohner etc.) verpuppen sich häufig frei im Versteck ihrer Wirte. Die Entwicklung der parasitoiden Hymenopteren ist oft eng mit der Wirtsentwicklung synchronisiert und wird, speziell bei den Endoparasiten, vielfach hormonell vom Wirt beeinflußt. Die Überwinterung erfolgt entweder als Junglarve, oder erwachsene Larve im Wirt, in der Regel in Diapause. Viele Arten überwintern im Kokon-Stadium; relativ wenige als Imagines, dann aber weitgehend nur als begattete Weibchen, die sich in der Bodenstreu oder unter Rinde verkriechen. Bei einigen Arten schlüpfen die Imagines schon im Herbst, verbleiben aber den Winter über in ihren Kokons. Die Mehrzahl der Arten ist univoltin, speziell hochadaptierte spezifische Arten, während polyphage Arten häufig mehrere Generationen pro Jahr hervorbringen können. Die Generationenzahl ist jedoch in der Regel eng an jene der Wirte gekoppelt.


Weitere Informationen:

Evolution - Parasitismus

Wirtskreis

Geschlechtsbestimmung

Biologie

Zu den einzelnen Familien kommt man über:

Aculeata

Parasitica


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Last modified: 31.03.00