Fam. Orussidae

[ Hymenoptera ]


Merkmale

Die sonderbaren Orussidae gehören zwar systematisch zu den Blatt-, Halm- und Holzwespen, leben aber im Gegensatz zu diesen nicht phytophag, sondern offenbar parasitisch. Die 10 - 15 mm großen Weibchen tragen einen sehr langen Legebohrer, der in Ruhelage im Abdomen eingerollt ist. Als einzige Symphyten besitzen sie behaarte Augen. Die Antennen der Männchen sind 11-, jene der Weibchen 10-gliedrig und weit unten am Kopf eingelenkt. Das Flügelgeäder ist in beiden Geschlechtern teilweise reduziert. Die fußlosen Larven weisen eingliedrige Fühler und dreizähnige Mandibeln auf.


Verbreitung

Weltweit finden sich an die 70 Arten, vor allem in den südlichen Tropen und in Australien. In Europa sind nur ein halbes Dutzend meist selten gefundener Arten vertreten; am bekanntesten ist Orussus abietinus, eine schwarze Art, deren Abdomen vom 3. Segment an rot gefärbt ist. Man findet sie hauptsächlich an abgestorbenen Bäumen rasch auf und ab laufend.


Biologie

Die Lebensweise der Orussidae ist noch kaum erforscht. Sie werden als Parasitoiden holzbewohnender Insekten (Prachtkäfer, Bockkäfer, Holzwespen) angesehen. Andere Autoren nehmen an, daß sie sich nur von den Pilzhyphen in den Fraßgängen solcher Holzbohrer ernähren. In Neuseeland wurde jedoch eine Art der Gattung Guiglia (G. schauinslandi) bei der Eiablage auf Sirex-Larven beobachtet und photographiert. Die beiden ersten Larvenstadien entwickelten sich ektoparasitisch, die älteren Larvenstadien hingegen als solitäre Endoparasiten des toten Wirtes. Damit dürfte die Schmarotzernatur dieser Außenseitergruppe bestätigt sein.


Orussidae


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Last modified: 22.03.02