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Fam. Tiphiidae Rollwespen [ Hymenoptera , Scolioidea ] |
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Verbreitung |
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Bei den Rollwespen handelt es sich um eine relativ artenreiche Familie mit weltweit über 1500 Arten in 6 Unterfamilien, doch kommen bei uns nur ein halbes Dutzend Arten vor. Am häufigsten sind die Vertreter der Gattung Tiphia, die in allen Kontinenten verbreitet ist. Die Verwandschaftsbeziehungen sind nicht völlig geklärt, doch scheinen sie den Mutilliden und Sapygiden nahe zu stehen. |
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Merkmale |
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Unsere, meist schwarzen Typhiinen sind in beiden Geschlechtern geflügelt, während bei den teilweise rotbraunen Methochinen die schlanken, ameisenartigen Weibchen flügellos sind. Letzteres gilt auch für andere Gruppen, z. B. für die südamerikanisch-australischen Thynninae. Die Antennen sind beim Weibchen 12- , bei Männchen 13-gliedrig. Im Gegensatz zu den Mutilliden erscheint der Thorax dorsal langgestreckt, mit 3 deutlichen Querfurchen und der ganze Körper ist glatt und nicht auffällig behaart. Das Flügelgeäder ist relativ reich entwickelt. Typisch sind auch eine gewisse Abschnürung zwischen dem 1. und 2. Hinterleibssegment sowie bei vielen Arten die Eignung der Vorderbeine zur Grabtätigkeit. |
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Wirtskreis der Unterfamilien |
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Die Rollwespen sind überwiegend solitäre, seltener gregäre Ektoparasiten von Engerlingen (Scarabaeiden-Larven). Zumindest dürfte dies für die primitiven Typhiinae, für einige Myzininae sowie für die Thynninae gelten. Demgegenüber schmarotzen die Methochinae bei den Larven der Sandlaufkäfer (Cicindelidae) und dies wird auch für einige amerikanische Myzininae angegeben. Über die Biologie der anderen Unterfamilien ist noch weniger bekannt, doch wird angenommen, daß z. B. die in Wüstengebieten häufigen Brachycistidinae sowie die Anthoboscinae bei sandbewohnenden Engerlingen leben. |
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Wirtskreis der Unterfamilien |
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Biologisch gut untersucht sind eine Reihe ostasiatischer Tiphia-Arten, von denen einige zur biologischen Bekämpfung des Japankäfers (Popillia japonica) nach Nordamerika eingeführt wurden. Die Imagines ernähren sich im Frühjahr von Honigtau, später im Jahr besuchen sie hauptsächlich Umbelliferen-Blüten und extraflorale Nektarien verschiedener Pflanzen. Die Myzine-Arten sind reine Blütenbesucher. Der Honigtau- und Blütenbesuch ist bei den einzelnen Arten tageszeitlich begrenzt und erfolgt meist in den Morgenstunden oder am Vormittag. Einige Arten nehmen auch die Körpersäfte ihrer Wirte auf, in dem sie diese anbeißen und aussaugen. Die Weibchen graben sich in den Boden ein und suchen dort nach Engerlingen, die zunächst mehrmals ventral am Thorax angestochen und dann häufig an der Unterseite des Abdomens durchgeknetet werden, bevor die eigentliche Eiablage erfolgt. Die Paralyse des Wirtes ist bei den Tiphia-Arten
auf etwa 1 Stunde beschränkt, während Myzine
spp. eine permanente Lähmung der Engerlinge bewirken.
Bevorzugt werden ältere oder erwachsene Wirtslarven belegt,
wobei das Ei in eine Intersegmentalfalte geklebt wird. Die
Eiablage erfolgt bei den einzelnen Arten oft präzise auf
einen bestimmten Körperteil des Engerlings, z. B. dorsal am
Thorax, ventral am vorderen Abdomen oder latero-ventral am
Hinterende des Körpers. Im Durchschnitt werden insgesamt
etwa 50 Eier von einem Weibchen abgelegt, meist nur eines pro
Wirt, seltener mehrere und es werden in Ausnahmefällen
selbst Engerlinge in 50 cm Bodentiefe erfolgreich parasitiert.
Unbefruchtete, "männliche" Eier werden bevorzugt
auf jüngere Wirtsstadien gelegt, während befruchtete,
"weibliche" Eier überwiegend auf erwachsenen
Engerlingen angetroffen werden. |
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Verwendung in der biologischen Schädlingsbekämpfung |
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Neben der schon erwähnten biologischen Bekämpfung des Japankäfers in den U.S.A. sind einige Tiphia-Arten auch gegen Amphimallon majalis und Anomala orientalis bzw. gegen den Zuckerrohr-Engerling (Phyllophaga smithi) nach Mauritius eingeführt worden. Ebenso wurden mehrere südamerikanische Thynninen zur Bekämpfung des Gras-Engerlings (Costelytra zealandica) nach Neuseeland importiert. |
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