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Als Wirte fungieren in erster Linie
andere aculeate Hymenopteren, vorzugsweise Bienen und Hummeln,
Grabwespen und Wegwespen. Einige tropische Arten befallen auch
Puparien von Tse-Tsefliegen und verwandten Dipteren sowie die
Puppen von Käfern und Schmetterlingen, doch ist hierüber
wenig bekannt. Unsere teilweise ockerfarbenen
Myrmosinen-Weibchen bevorzugen Furchenbienen und bestimmte
Grabwespen. Von den Mutillinen befällt Mutilla, darunter
unsere häufigste Art M. europaea, Hummelnester, während
Smiromyrme einen breiten Wirtskreis besitzt, der alle 3 oben
erwähnten Aculeaten-Familien umfaßt.
Nach der
Kopula, bei der die Weibchen von den geflügelten Männchen
im Flug mitgetragen werden, dringen sie aktiv unter Zuhilfenahme
der kräftigen Beine zu den Brutzellen ihrer Wirte im Holz,
Boden, in Mörtelnestern und dergleichen vor, beißen
die Zellen auf und inspizieren die Brut zunächst nur mit
den Fühlern. Ist die Wirtslarve noch klein, wird die Zelle
verschlossen und eine andere aufgesucht. Anscheinend werden nur
ausgewachsene, verpuppungsreife Wirte (Präpuppen)
angenommen, die vom Schmarotzer angestochen aber offenbar nicht
paralysiert werden. Hernach wird die Brutzelle des Wirtes wieder
zugeklebt. Die Larvalentwicklung erfolgt ektoparasitisch und
meist solitär, selten gregär, wobei 4 oder 5
Larvenstadien durchlaufen werden. Die Altlarven spinnen einen
dicken Kokon in der leeren Wirtszelle, in dem sie sich
verpuppen. Für die Entwicklungsdauer vom Ei bis zur Imago
werden mindestens 3 - 4 Wochen angegeben; andere Arten sollen
ein ganzes Jahr hierfür benötigen. Bei Mutilla
europaea kommen in Mitteleuropa meist 2 Generationen im Jahr
zur Ausbildung. Offenbar kommt auch Imaginalüberwinterung
(nur Weibchen) vor. Die Wirtsspezifität der einzelnen Arten
entspricht einer Oligophagie bis Polyphagie.
Da die
Weibchen der Wirte vieler Ameisenwespen wehrhaft sind, ist es
nicht verwunderlich, daß die Mutilliden selbst recht
schmerzhaft stechen können, weshalb beim Sammeln ihrer
Weibchen besondere Vorsicht geboten ist. In Zypern war vor 100
Jahren sogar der Glaube verbreitet, daß viele britische
Besatzer durch Mutillidenstiche zu Tode gekommen sein sollen. Ob
der Stachel der Weibchen zum eigenen Nahrungserwerb eingesetzt
wird, ist strittig. Sicher ist, daß z. B. M.
europaea-Weibchen Bienenstöcke überfallen und
zahlreiche Arbeiterinnen totbeißen können, um sie
anschließend auszusaugen, doch wird beim Kampf mit den
Honigbienen der Stachel anscheinend nicht eingesetzt. Ähnliche
Beobachtungen liegen auch von anderen Mutilliden vor. Eine
nordafrikanische Art dringt nachts in die Erdbauten von
Grabwespen ein, um das Weibchen zu überwältigen und
die Weichteile aufzufressen. Auch hier scheint der Stachel nicht
benutzt zu werden.
Imagines der Mutillidae finden sich
vom Mai bis Oktober in unterschiedlichen Biotopen, z. B. am
Boden, auf Pflanzenstengeln oder an Stubben; die Männchen
nicht selten auf glatten, sonnenbeschienenen Baumstämmen.
Sie treten gehäuft im Hochsommer auf, doch sind unsere
einheimischen Arten (Mutilla europaea, M. marginata,
Smicromyrme rufipes, Myrmilla calva, Dasilabris
maura sowie die beiden Myrmosa-Arten) meist selten,
die erstgenannte Art ausgenommen.
Detaillierte
Larvenbeschreibungen scheinen zu fehlen.
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