Die mit Ausnahme gewisser, tropischer Regionen weltweit vertretene Familie der Heloridae umfaßt vermutlich weniger als ein Dutzend Arten der Gattung Helorus. In Mitteleuropa kommen 4 - 5 Arten vor, die als Imagines selten gefangen werden. Sie können leichter aus blattlausfressenden Florfliegenlarven bzw. aus deren Kokons gezogen werden.
Es handelt sich um kleine, meist 3 - 4 mm lange, stets geflügelte Microhymenopteren von meist einheitlich schwarzer Farbe. Typisch ist das Flügelgeäder, das im Vorderflügel durch die kleine, dreieckige Medialzelle gekennzeichnet ist. Costa und Subcosta sind getrennt und münden in ein dreieckiges Pterostigma, auf welches eine kurze Radialzelle folgt. Die Aderung der Hinterflügel ist stark reduziert. Die in beiden Geschlechtern 15-gliedrigen Antennen sind in der Gesichtsmitte eingelenkt, die Tarsalklauen gekämmt.
Als Wirte der Heloridae sind bisher
nur Chrysopidae bekannt. Ob auch verwandte Neuropteren, z. B.
Hemerobiidae, befallen werden, ist noch unsicher können. Es
handelt sich um solitäre Endoparasiten
der Florfliegenlarven. Die Eier werden nach nordamerikanischen
Befunden in jüngere Wirtsstadien abgelegt und schlüpfen
wenige Tage nach der Ablage. Die Junglarven entwickeln sich zunächst
kaum weiter, sondern erst, wenn die erwachsene Wirtslarve ihren
Kokon gesponnen hat. Das Erstlarvenstadium ist vom polypodeiformen
Typ, mit paarigen, fleischigen Anhängen an den
Abdominalsegmenten und einer stark sklerotisierten Kopfkapsel.
Vermutlich liegen 3 Larvenstadien vor, von denen das letzte sich zur
Verpuppung aus der Wirtshaut herausschiebt, um sich, senkrecht von
den Wirtsresten abstehend, zu verpuppen, ein Verhalten, das an die
verwandten Proctotrupidae erinnert. Das Puppenstadium dauert etwa 1
- 2 Wochen. Zumindest manche Arten durchlaufen 2 oder mehrere
Generationen im Jahr. Die Überwinterung erfolgt als Junglarve
in der diapausierenden Wirtslarve und die Imagines schlüpfen im
folgenden Frühjahr aus den Chrysopiden-Kokons. Nach den
vorliegenden Zuchtbefunden dürften die meisten Arten oligophag
sein, doch scheint eine stärkere Spezialisierung auf bestimmte
Blattläuse und deren charakteristische Florfliegen
vorzukommen.
Die Imagines unserer häufigsten Art, H.
anomalipes, finden sich vom Juni bis Oktober, speziell im
August. Das gilt auch für die anderen bei uns heimischen Arten,
ausgenommen vielleicht H. rugosus, der schon im April - Juli
auftritt, doch ist keine europäische Helorus-Art
biologisch näher untersucht worden.
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