Tersilochinae

[ Hymenoptera , »Parasitica« , Ichneumonidea , Ichneumonidae ]


Diese mäßig artenreiche, mit den Ophioninae s. l. verwandte Unterfamilie umfaßt überwiegend kleinere Arten, von denen manche jedoch in hohen Individuenzahlen auftreten können. Die meisten Arten fliegen im Frühjahr oder Frühsommer, wenn besonders Männchen in Schwärmen beim Blütenbesuch (auf Brassica etc.) angetroffen werden können. Verlängerte Mundwerkzeuge zeichnen solche Blütenbesucher aus. In den Tropen werden die höheren Gebirgslagen besiedelt.

Die Thersilochinen bevorzugen Coleopteren-Larven als Wirte, speziell phytophag lebende Gruppen und besonders Curculionidae (Ceutorrhynchus, Stenocarus etc.). Daneben werden auch Nitituliden (Meligethes) und Chrysomeliden (Psylliodes etc.) befallen. Vertreter der Gattung Allophroides wurden jedoch aus primitiven Blattwespen der Familie Xyelidae gezogen. Neuerdings haben wir Thersilochus curvator aus der auf Birken minierenden
Eriocrania unimaculella erhalten. Auch in Nordamerika wurde eine Art dieser Unterfamilie aus Trugmotten gezüchtet. Das Vorkommen von Thersilochinen bei sehr ursprünglichen Lepidopteren und Hymenopteren ist bemerkenswert.

Diasparsis carinifer ist ein häufiger, spezifischer Parasit des Getreidehähnchens Oulema melanopus. Die Eier werden in die Larven des Wirtes abgelegt und tragen einen scheibenförmigen Anker, der von innen in der Haut der Wirtslarven fixiert wird. Die geschlüpften Junglarven fressen längere Zeit von der Eischale aus; erst ältere Larvenstadien verlassen die Eihülle, um dann frei im Wirt zu leben. Andere Arten der Gattung Diasparsis besitzen nur eine kleine Erhebung im Zentrum des Eies oder überhaupt keinen Ankermechnismus. Es handelt sich generell um typische Koinobionten.

Ähnliches gilt für T. curvator. Die hellbraunen Eier werden bevorzugt im Thorakalbereich älterer
Eriocrania-Larven abgelegt. Der Anker schließt mit der Wirtshaut außen ab. Die Parasitenlarven schlüpfen, während der Wirt noch frißt, verbleiben aber ebenfalls zunächst in der Eihülle. Superparasitierungen kommen vor, die Entwicklung ist aber stets solitär. Der Wirt wird erst im Präpuppenstadium abgetötet und der Parasit spinnt sich einen braunen Kokon mit weißer Binde innerhalb des leeren Wirtskokons. Die Überwinterung von T. curvator erfolgte im inaktiven Imaginalstadium innerhalb des Kokons, mit Flugzeit der Imagines im April, wobei die Adulten 1 - 2 Monate am Leben blieben.

Phradis- und Aneuclis-Arten wurden überwiegend aus Meligethes spp. gezogen, Probles-Arten hingegen aus pilzbewohnenden Käfern und Diasparsis truncatus aus dem Spargelhähnchen. Die Wirtsspezifität entspricht also meist einer Monophagie bis Oligophagie.


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Last modified: 22.04.00