Oxytorinae & Orthocentrinae

[ Hymenoptera , »Parasitica« , Ichneumonidea , Ichneumonidae ]


Die Oxytorinae stehen sich biologisch mit den Orthocentrinae, in dem ihre Vertreter vermutlich in mycetophagen Mückenlarven schmarotzen. Die Oxytorinae sind etwas artenreicher als die Orthocentrinae, aber beide Unterfamilien zählen zu den taxonomisch und biologisch am wenigsten untersuchten Ichneumoniden. Es handelt sich um relativ kleine, unscheinbare Wespen, wobei die Oxytorinae durch die großen Augen und schlanken Fühler gekennzeichnet sind. Die Imagines beider Unterfamilien treten oft in sehr großen Zahlen auf, besonders im Unterwuchs der Wälder sowie in Feuchtbiotopen.

Biologisch handelt es sich wohl um primäre, koinobionte Endoparasiten, wobei zumindest die Oxytorinen bevorzugt in Pilzmückenlarven (Mycetophilidae) schmarotzen dürften. Ob dies, wie in der Literatur angegeben, auch für die Orthocentrinae gilt, muß erst bestätigt werden. Aus echten Pilzmücken haben wir sie bisher kaum erhalten, vermutlich aber aus Sciariden-Larven.

In jüngster Zeit wurden von uns mehrere Oxytorinen der Gattungen Aniseres, Aperileptus, Plectiscidea und Proclitus aus verschiedenen Pilzen und Pilzmücken gezogen. Die Eier wurden in mittlere und ältere Larvenstadien abgelegt, dabei blieb das Ei von Aperileptus albipalpus durch einen kleinen Steg mit der Haut der Wirtslarve verhaftet. Die Eier dieser Art entwickelten sich nur in Mycetophila-Arten, während sie in Bolitophila cinerea melanisiert und abgekapselt wurden. Zumindest die Eier von Aniseres pallipes wuchsen in einem Trophamnion heran; die Junglarven gehören zum mandibulaten-caudaten Typ. Superparasitierungen waren häufig und überzählige Junglarven wurden totgebissen. Die Larvalentwicklung ging rasch vonstatten, so daß bereits 22 - 25 Tage später Parasitenimagines aus ihren Puppen schlüpften, die noch von den leeren Hüllen ihrer Wirtslarven umgeben waren. Die Gesamtentwicklung von Aperileptus nahm im Labor nur 18 - 20 Tage in Anspruch. A. pallipes bevorzugte Mycetophila- und Allodia-Larven im Hut der Pilze, während Proclitus attentus bei den im Stiel lebenden Exechia-Wirten dominierte. Die Parasitierungsraten schwankten im Jahresgang im Mittel zwischen 40 - 70 %; in einzelnen Proben von Megacollybia platyphylla (Breitblätteriger Rübling) erreichte die Parasitierung fast 100 %.


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Last modified: 12.03.02