|
Die wenigen Vertreter dieser
Unterfamilie - alle zur Gattung Orthopelma gehörend
- sind in ihrer Verbreitung auf Eurasien und Nordamerika
beschränkt. Ähnlich wie die Gattung Collyria
(Collyriinae) besitzen auch die Orthopelma-Arten sowohl
im Adulten - wie im Larvenstadium eine Reihe von
Sondermerkmalen, so daß sie in eine eigene Unterfamilie
gestellt werden müssen. Biologisch gesehen handelt es sich
um typisch Endoparasiten von Gallwespenlarven der Gattungen
Diplolepis und Diastrophus, die auf Rosa
bzw. Rubus-Arten beschränkt sind.
Unsere
häufigste Art ist O. mediator, eine relativ kleine
Schlupfwespe mit überwiegend gelbrotem Abdomen, die man oft
in großer Zahl aus den Schlafäpfeln (große,
mehrkammerige, mit haarigen Auswüchsen bedeckten Gallen von
Diplolepis rosae an den Zweigen von Wildrosen; auch als
"Beduegare" bekannt) ziehen kann. Die Wespe entwickelt
sich als Solitärparasit.überwiegend in den Larven des
Gallerregers, während die als Einmieter auftretenden
Cynipiden-Larven von Periclistus brandtii nur selten
befallen werden. Auch die bestachelten, mehrkammerigen Gallen
der verwandten Rosengallwespe D. mayri werden
gelegentlich als Wirte genutzt ebenso wie die kleinen,
einkammerigen Kugelgallen von D. eglanteriae und D.
spinosisslinae. Die Überwinterung der Parasitoiden
erfolgt im Altlarven- (Präpuppen-) Stadium in den
Schlafäpfeln und die Imagines erscheinen im Mai-Juni
zusammen mit jenen von D. rosae, was darauf hindeutet,
daß schon ein sehr frühes Wirtsstadium angestochen
wird. Einzelne Gallen können so stark parasitiert sein, daß
über 50 Schlupfwespen, aber keine Gallwespen ausschlüpfen.
Von insgesamt 36 Schlafäpfelproben, die von den Pyrenäen
bis in die Slowakei gesammelt wurden, erwiesen sich 31 Proben
durch O. mediator parasitiert, wobei die Art in 20 Proben
als häufigster Parasit in Erscheinung trat. O.
brevicorne schmarotzt hingegen nur in den Blattgallen von D.
spinosissimae und D. eglanteriae.
|