Fam.: Ophioninae

[ Hymenoptera , »Parasitica« , Ichneumonidea , Ichneumonidae ]


Hierher gehören teilweise recht große Ichneumoniden von gelb-rötlicher Färbung, aber auch eine Reihe kleinerer, dunkel gefärbter Arten. In unseren Breiten sind relativ wenige Arten vertreten, während die Tropen eine sehr artenreiche Fauna beherbergen und Vertreter dieser Unterfamilie dort zu den dominierenden Schlupfwespengruppen zählen. Auffallend sind die großen Ocellen (und Augen), das Fehlen einer Areola sowie das stark komprimierte Abdomen. Wenn die Tiere dann noch strohfarben oder rotgelb erscheinen, handelt es sich meistens um Ophioninen. Die Weibchen der größeren Arten sind mit Vorsicht zu behandeln, da sie recht schmerzhaft stechen können. Diese Gefahr wird allerdings dadurch verringert, daß die meisten Arten dämmerungs- und nachtaktiv sind und somit häufig beim Lichtfang erbeutet werden können. Oft sieht man die großen Weibchen spätabends mit herabhängenden, langen Beinen in den Wiesen auf Wirtssuche fliegen. Die tagaktiven Arten haben kleinere Augen und Ocellen und sind in der Regel dunkel gefärbt. Biologisch handelt es sich um eine recht einheitliche Gruppe von koinobionten Endoparasiten, die fast ausschließlich Lepidopteren-Raupen befallen, ganz überwiegend solche von Macrolepidopteren. Eine nordamerikanische Ophion-Art parasitiert die Engerlinge von Phyllophaga.

In der Tribus der Ophionini dominieren bei uns die Vertreter der Gattung Ophion, die überwiegend bei Noctuiden, seltener bei anderen größeren Lepidopteren schmarotzen. Die meisten Arten sind oligophag, teilweise polyphag. So werden für den häufigen Ophion luteus neben Noctuiden auch einige Notodontiden (z. B. Cerura vinula), Lymantriiden, Lasiocampiden und Geometriden als Wirte angegeben.

Die Eniocospilini sind überwiegend in den Tropen beheimatet und einige dort lebende, in Sphingiden und Saturniiden schmarotzende Enicospilus-Arten zählen zu den größten Ichneumoniden. Mit weltweit weit über 1000 Arten dürfte Enicospilus auch die umfangreichste Schlupfwespengattung sein. Unsere wenigen heimischen Arten (z. B. E. ramidulus) schmarotzen angeblich in verschiedenen Lepidopterengruppen (Notodontiden, Noctuidae, z. B. Kohleule, Forleule, Lymantriidae und Sphingidae).

Die Larvalentwicklung erfolgt solitär, überwiegend in den älteren Raupenstadien, wobei entweder schon die Altlarve oder, seltener, die Präpuppe/Puppe abgetötet wird. Der typische eiförmige Kokon mit einem hellen Zentralband wird meist in einer Erdhöhle gesponnen. Einige Arten, z. B. Enicospilus undulatus, fertigen ihren Kokon innerhalb des leeren Wirtskokons an und wieder andere spinnen sich in der Larvenhülle des Wirtes ein.


Parasitoide-Online

Last modified: 12.03.02