Fam.: Metopiinae

[ Hymenoptera , »Parasitica« , Ichneumonidea , Ichneumonidae ]


Diese mittelgroße, auf den Britischen Inseln mit etwa 60 Arten vertretene Unterfamilie umfaßt überwiegend kleine, schwarze Arten. Nur die attraktiven Vertreter der Gattung Metopius fallen durch ihre Größe und gelb-schwarze Wespenzeichnung auf. Typisch für sie ist auch, daß die Imagines im Fangnetz ein schwirrendes Geräusch von sich geben. Kennzeichnend sind das stark vorgewölbte Gesicht (einschließlich Clypeus), ein dreieckiger Höcker zwischen den Antennen und die gedrungenen Beine. Die Altlarven gleichen stark jenen der Anomaloninae, doch dürfte es sich hier nur um Konvergenz handeln.

Biologisch verhalten sich die Metopiinae als koinobionte Endoparasiten von freilebenden Lepidopteren-Larven, doch werden auch versteckte Wirte (z. B. Wickler oder Zünsler) befallen. Die Metopius-Arten bevorzugen trockenes Buschland und gleichen in ihrem Flugverhalten stark Eumenes-Wespen. Der Vorderrand der Vorderflügel ist oft verdunkelt, so daß die Flügel nach Wespenart gefaltet erscheinen und das Abdomen wird im Fluge herabgebogen. Nur die deutlich längeren Antennen weisen sie dann als Ichneumoniden aus. Als Wirte werden verschiedene Großschmetterlinge (Eulen, Spanner, Spinner) genannt. Häufig sind auch die zahlreichen Exochus-Arten, die im Fangnetz einen scharfen Geruch absondern und bei Microlepidopteren parasitieren. Ähnlich ist der Wirtskreis der Triclistus-Arten sowie der Vertreter der Gattung Chorinaeus, die überwiegend an trockenen Standorten angetroffen werden und Tortriciden-Larven, teilweise aber auch Spannerraupen parasitieren. Die ähnlich lebenden Trieces-Arten fallen beim Fang dadurch auf, daß sie ihre Flügel und Antennen nach hinten falten und sich so leicht durch größere Poren des Netzes zwängen und entweichen können. Colpotrichia spp. sind vor allem in den Tropen artenreich entwickelt.

Die Eiablage der Metopiinae erfolgt stets in die Wirtslarven, wobei einige Arten ihre Eier ganz gezielt in bestimmte Organe einstechen. Beispielsweise legt Chorinaeus funebris, ein Parasit des Lärchenwicklers in den Alpen, das Ei in den Enddarm der Wirtslarve ab, wobei der Legebohrer durch den Anus eingeführt wird. Demgegenüber sticht Triclistus pygmaeus den gleichen Wirt meist im Nacken an und legt das Ei in das Suboesophagal-Ganglion älterer Larvenstadien von Zeiraphera diniana ab. Die Eizahlen liegen bei beiden Arten im Bereich von 50 - 100 Eier je Weibchen. Nach der nur wenige Tage währenden Embryonalentwicklung wird die Wirtslarve bzw. Präpuppe innerhalb von etwa 3 Wochen aufgezehrt, worauf ein feiner, weißer Kokon in der leeren Puppenhülle des Wirtes gesponnen wird, in dem die Überwinterung des Parasiten im Präpuppenstadium erfolgt. Triclistus podagricus hingegen überwintert im ausgefärbten Imaginalstadium, doch verbleiben die Tiere in ihrem Kokongespinst, das sie in der Regel erst im Frühjahr des folgenden Jahres verlassen. Es liegt also ein univoltiner Generationszyklus vor. Die Wirtsspezifität der meisten Arten dürfte einer Oligophagie entsprechen.


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Last modified: 22.04.00