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Diese sehr artenreiche,
spezialisierte Unterfamilie umfaßt neben kleineren auch
relativ viele stattliche, oft gelb, weiß oder rot
markierte Arten, darunter solche mit einem ausgeprägten
Geschlechtsdimorphismus. Vor allem die Männchen größerer
Arten (oft mit Wespenzeichnung) sind im Sommer zahlreich und
auffällig. Diese sind beispielsweise in der
Ichneumon-Gruppe von schlanker Gestalt und überwiegend
schwarz-gelb gezeichnet, während die gedrungenen Weibchen
schwarz-rot gefärbt sind und oft noch weiße Flecken
bzw. Fühlerringe tragen.
Biologisch sind die
Ichneumoninae sehr einheitlich. Alle Arten schmarotzen bei
Lepidopteren, entweder als echte Puppen-Endoparasiten
oder sie stechen bereits die Wirtsraupen an, entwickeln sich
aber erst in den Puppen (Larven-Puppen-Parasitoide). Der
Wirtskreis entspricht meist einer Oliphagie und nicht selten
einer Monophagie. So schmarotzen die Trogini bei
Tagfaltern und bei Schwärmern, z. B. die Callijoppa-Arten,
die zu unseren größten und schönsten
Schlupfwespen gehören. Auch die Protichneumonini (z.
B. Protichneumon) befallen Sphingiden, während
Coelichneumon spp. bei Noctuiden parasitieren.
Demgegenüber sind die Platylabini vorwiegend auf
Geometriden spezialisiert. Die umfangreichen Phaeogenini
umfassen unscheinbare, kleine Arten und schmarotzen
dementsprechend bei Microlepidopteren, in erster Linie bei
Tortriciden. Noch artenreicher sind die stattlichen, oft bunten
Ichneumonini, deren Vertreter bei so ziemlich allen
Gruppen der Macrolepidopteren parasitieren, wobei allerdings die
einzelnen Gattungen einen relativ engen Wirtskreis besitzen. Z.
B. befallen Cratichneumon-Arten hauptsächlich
Spannerpuppen, Barichneumon Bläulinge, Ichneumon,
Ctenichneumon und Amblyteles vor allem Noctuiden
aber auch verschiedene Spinner-Familien.
Bei einer Reihe
von univoltinen Arten, speziell bei vielen Phaeogenini und
Ichneumonini, überwintern nur die begatteten Weibchen.
Solche Arten erscheinen meist erst im Spätsommer, wenn vor
allem die Männchen zahlreich aktiv sind. Die Weibchen
verkriechen sich in Grasbüschel, in Baumstubben, unter Moos
oder loser Rinde, um erst im nächsten Frühjahr auf
Wirtssuche zu gehen. Oft überwintern mehrere Arten
gemeinsam. So haben wir einmal unter einem Rindenstück
einer toten Fichte 108 Weibchen von 15 verschiedenen Arten aus 4
verschiedenen Gattungen angetroffen, davon allein 68 Individuen
von Ichneumon inquinatus. Laborversuche haben gezeigt,
daß die Weibchen oft noch alte Puppenhüllen ihrer
Wirte erkennen können, wodurch wertvolle Hinweise auf die
Freilandwirte dieser Schlupfwespen gewonnen wurden. Die
Laborzucht von den Weibchen ermöglicht auch die ansonsten
schwierige Zuordnung der dimorphen Geschlechter.
Wenn die
Eiablage in Raupen erfolgt, wird in der Regel das letzte
Larvenstadium bevorzugt und das Ei wird häufig streng
lokalisiert, beispielsweise in die Speicheldrüsen oder in
die Darmwand, abgelegt. Einige Arten stechen anscheinend auch
jüngere Wirtslarven an. Die Larven-Puppenparasiten gehören
zur Gruppe der amblypygen Ichneumoninae, bei denen das
Hypopygium verlängert ist, so daß es den ganzen
Schlitz des Legebohrers umfaßt. Die eigentlichen
Puppenparasiten haben oxypyge Weibchen mit einem kurzen letzten
Abdominalsternit. Die Larvalentwicklung erfolgt stets solitär
und die Verpuppung innerhalb der leeren Wirtspuppe. Viele Arten
sind, wie gesagt, univoltin, andere hingegen bivoltin, wobei
letztere in der Regel im Puppenstadium überwintern.
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