Eucerotinae

[ Hymenoptera , »Parasitica« , Ichneumonidea , Ichneumonidae ]


Die einzige, weltweit verbreitete Gattung dieser biologisch aberranten Unterfamilie ist in Mitteleuropa nur mit wenigen Arten vertreten. Morphologisch fallen diese durch die im Mittelteil verbreiterten und dadurch abgeflachten Antennen auf, ein Merkmal, das vor allem die Männchen leicht kenntlich macht. Soweit bekannt, handelt es sich um obligatorische Hyperparasiten, deren Biologie jener der Trigonalyidae bzw. der Perilampidae und Eucharitidae unter den Erzwespen ähnelt. Das Euceros-Weibchen legt zahlreiche, nach Chrysopa-Art gestielte Eier auf die Wirtspflanze des Sekundärwirtes ab, aus denen typische Planidien schlüpfen. Die asselförmigen, braun sklerotisierten, nur 0,2 mm langen und beborsteten Junglarven heften sich außen an der Sekundärwirtslarve fest. Euceros pruinosus wurde von uns beispielsweise auf Larven der Erlenblattwespe Platycampus luridiventris angetroffen, wird in der Literatur aber auch von einer Cimbiciden- und Diprioniden-Art und sogar vom Kiefernspanner erwähnt.

  • Gut untersucht ist nur der nearktische E. frigidus, der Blattwespen- und Schmetterlingsraupen befällt und als Planidium an diesen zu saugen beginnt. Nach der Kokonbildung des Wirtes wandert die Junglarve von Euceros in die Präpuppe des Sekundärwirtes ein. Dort kann sie sich jedoch nur weiterentwickeln, wenn dieser bereits von einem Primärparasiten befallen ist oder noch befallen wird. Das Planidium bohrt sich dann in die Schlupfwespen- oder Raupenfliegenlarve ein und entwickelt sich also als ein typischer Endo-Hyperparasit. In unparasitierten Sekundärwirten geht die Euceros-Junglarve früher oder später zugrunde.

  • E. pruinosus schmarotzt vermutlich in den Larven der Ichneumoniden Olesicampe vexata und/oder Hypamblys albopictus, die als Haupt-Larvenparasiten von Platycampus fungieren. Die Entwicklung erfolgt univoltin und solitär; die Wirtsspezifität entspricht eher einer Polyphagie, doch ist unser Wissen über die meist selten auftretenden Eucerotinae noch sehr lückenhaft.


Parasitoide-Online

Last modified: 12.03.02