Diplazontinae

[ Hymenoptera , »Parasitica« , Ichneumonidea , Ichneumonidae ]


Vertreter dieser wenig artenreichen Unterfamilie sind vor allem in den gemäßigten Klimazonen und in Südamerika häufig. Besonders zahlreich trifft man sie in der Umgebung größerer Blattlauskolonien an und speziell die Männchen mancher Arten neigen dazu, in Schwärmen aufzutreten. Meist handelt es sich um kleinere, unscheinbare Arten.

Biologisch ist die Gruppe auffallend einheitlich, lebt doch die Mehrzahl der Arten als koinobionte Endoparasiten von Syrphidenlarven, überwiegend von blattlausfressenden Schwebfliegen. Wichtige Gattungen sind Syrphoctonus (= Homotropus), Diplazon und Promethes. Die häufigste Art ist Diplazon laetatorius, die eine kosmopolitische Verbreitung aufweist und selbst auf vielen kleinen ozeanischen Inseln gefunden wurde. Da die Art Schwebfliegenlarven auf Ruderalplätzen, Äckern und Wiesen bevorzugt, dürfte sie vielleicht im Heu weltweit verschleppt worden sein. Begünstigt wurde die Ansiedlung noch dadurch, daß D. laetatorius überwiegend in rein thelytok-parthenogenetischen Populationen auftritt. Männchen sind nur aus Nordamerika und Indien bekannt. In Europa ist die Art aus zahlreichen aphidophagen Syrphiden (Syrphus spp. Sphaerosphoria, Xanthogramma, Melanostoma, Baccha usw.) gezogen worden, so daß also eine breite Oligophagie vorliegt. Andere Diplazon-Arten sind jedoch stärker spezialisiert und teilweise monophag.

Die Eiablage erfolgt in die Larvenstadien des Wirtes, doch gibt es einige Arten, die schon die Eier der Schwebfliegen belegen und sich somit als Ei-Larvenparasiten entwickeln. Die Parasiteneier können häufig vom Wirt abgekapselt werden. Auch bestehen enge hormonelle Beziehungen zwischen Diplazon-Arten und ihren Syrphiden-Wirten, was zu vorzeitiger oder verspäteter Pupariumbildung der Wirte führen kann. Die Hauptentwicklung erfolgt in der Regel erst im Wirtspuparium, aus dem dann die adulten Parasiten schlüpfen. Die Generationenzahl der einzelnen Arten ist weitgehend mit jener der Wirte synchronisiert.

Die Tatsache, daß die Diplazontinae räuberische, aphidophage Schwebfliegen, aber nur selten andere bei Syrphiden häufige Lebensformentypen (z. B. saprophage oder phytophage Arten) befallen, spricht dafür, daß die meisten Arten primär nach Blattlauskolonien suchen, in denen sie ihre eigentlichen Wirte finden. Bisher sind nur 2 Biolapsis-Arten aus saprophagen Schwebfliegenlarven gezogen worden, zum einen aus einer Cheilosia-Art in sich zersetzenden Pilzen , zum anderen aus einer Ferdinandea-Art, die im Saftfluß alter Bäume gefunden wurde.


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Last modified: 12.03.02