Cremastinae

[ Hymenoptera , »Parasitica« , Ichneumonidea , Ichneumonidae ]


In unseren Breiten ist diese Subfamilie relativ artenarm vertreten, während sie im Süden und vor allem in den Tropen einen größeren Artenreichtum entwickelt hat. In Mitteleuropa werden wärmere Biotope, wie Heidegebiete, Dünen, lichte, trockene Wälder und dergleichen bevorzugt. Als Wirte fungieren überwiegend mehr oder minder versteckt lebende Microlepidopteren, speziell Wickler, Zünsler, zum Teil auch Gallen- oder Knospenbewohner.

  • Pristomerus vulnerator und Temelucha interruptor sind beispielsweise häufige Parasiten von Kieferntriebwicklern der Gattung Rhyacionia. (z.B. R. buoliana).

  • Thratala spp. bevorzugen Pyraliden-Larven.

  • Demgegenüber sollen die Cremastus-Arten in Käferlarven schmarotzen, die in Stengeln oder Gallen leben, doch liegen auch Zuchtnachweise aus Lepidopterenlarven vor.

  • Ungewöhnlich ist eine im südlichen Afrika auftretende Belesica-Art, die in den freilebenden Larven einer giftigen Chrysomeliden-Art parasitiert. Diese Blattkäferlarven wurden von den Einheimischen zur Vergiftung ihrer Pfeilspitzen benutzt.


Biologie & Ökologie

Cremastinen sind koinobionte Endoparasiten, die die Larvenstadien ihrer Wirte befallen, aber diese erst im Präpuppenstadium, seltener im Puppenstadium abtöten. Ferner sind sie nicht selten fakultative oder obligatorische Cleptoparasiten. So befällt T. interruptor vorzugsweise Larven von Rhycionia buoliana, die bereits von der Brackwespe Orgilus obscurator besetzt sind und fakultativ gilt dies auch für P. vulnerator. Da Temelucha in der Konkurrenz überlegen ist, wird der Primärparasit ausgeschaltet und seine Parasitierungsrate stark reduziert. Dies war auch nach der Einführung von T. interruptor nach Kanada der Fall, wo bis zu 50 % der ebenfalls eingeführten O. obscurator-Population durch Temelucha dezimiert und damit die biologische Bekämpfung des von Europa eingeschleppten Kieferntriebwicklers eher behindert denn gefördert wurde. Dennoch konnte sich die Brackwespe erfolgreich ansiedeln und ausbreiten, vor allem, als man dazu überging, durch Anpflanzung von wilden Möhren in den befallenen Kulturen bessere Futterquellen für die Imagines von Orgilus bereit zu stellen.


Parasitoide-Online

Last modified: 27.11.00