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Diese früher als Porizontinae
bezeichnete und mit den Ophioninae
s. l. verwandte Unterfamilie ist vor allem in den gemäßigten
Klimazonen der Erde und also auch bei uns sehr artenreich
vertreten und durch die Existenz zahlreicher nahe verwandter
Arten und Gattungen taxonomisch eine schwierige Gruppe. Dies
gilt beispielsweise für die Trennung der Großgattungen
Diadegma, Horogenes und Olesicampe, die
durch Übergänge miteinander verbunden sind.
Dementsprechend ist auch die Unterteilung in derzeit 4 Triben,
davon 3 in Europa, noch provisorisch, um so mehr als die
tropischen Arten noch wenig bekannt sind.
Auch biologisch
sind die Campopleginae relativ einheitlich, handelt es sich doch
in der Regel um koinobionte Endoparasiten von holometabolen
Insektenlarven, wobei vor allem Lepidopterenraupen als Wirte im
Vordergrund stehen. Häufig werden auch die Afterraupen von
Blattwespen (durch Olesicampe spp.) befallen, auch
gallenbildende (durch Lathrostizus) sowie minierende
Tenthrediniden (durch Dolophron spp.). Andere Gattungen
(Bathyplectes bzw. Lemophagus) parasitieren die
Larven von Rüsselkäfern bzw. Blattkäfern,
Rhimphoctona spp. auch holzbohrende Coleopteren
(Cerambycidae). Die Nemeritis-Arten sind hingegen auf
Kamelhalsfliegen (Raphidiidae)
eingenischt. Die Wirtsspezifität entspricht meist einer
Monophagie bis Oligophagie, polyphage Arten scheinen seltener zu
sein. Die in Blattwespen schmarotzenden Olesicampe-Arten
sind oft extrem wirtsspezifisch und können als Altlarven
anhand des Kopfskelettes besser differenziert werden als im
adulten Stadium.
Die Tribus der Hellwigiini ist nur durch
3 Hellwigia-Arten in Europa verteten, deren Biologie aber
unbekannt ist. Artenreicher sind die Campopleginae mit Gattungen
wie Sinophorus, Campoplex, Venturia und
Horogenes (= Casinaria), die überwiegend
Microlepidopteren, vor allem versteckt lebende Wirte in
Blattrollen, Knospen, Minen oder in Larvensäcken befallen;
die Horogenes-Arten hingegen parasitieren freilebende
Macrolepidopteren. Die Mehrzahl der Vertreter dieser
Unterfamilie wird in die Tribus der Porizontini gestellt, die
sich aber nur unbefriedigend von den Campoplegini abgrenzen
läßt. Wichtige Gattungen sind Campoletis (vor
allem in Noctuiden), Dusona (in Geometriden) Phobocampe,
Hyposoter (in freilebenden Macrolepidopteren) sowie
Diadegma (vorwiegend in Microlepidopteren). Hierher
gehören auch die schon vorher erwähnten, nicht bei
Lepidopteren schmarotzenden Gattungen. Bekannt ist auch Venturia
canescens, ein synanthroper, in Speichern häufiger
Parasit der Mehlmotte und ein viel benutztes Laborinsekt.
In
den meisten Fällen werden schon die Junglarven angestochen
und Superparasitierungen vermieden. Die Larvalentwicklung
erfolgt jedoch vielfach erst nach einer Diapausephase im
Erstlarvenstadium, d. h., wenn der Wirt sich zur Verpuppung
anschickt. Eine Reihe von Campopleginen töten den Wirt aber
frühzeitig ab und die Parasitenlarven verlassen bereits die
halberwachsenen moribunden Wirtslarven, um sich in deren Nähe
einen oft arttypischen tönnchenförmigen, teilweise
weiß geringelten Kokon zu spinnen, der an
Braconiden-Kokons erinnert. Manche dieser Kokons (z. B. von
Bathyplectes- und Phobocampe-Arten) sind
sprungfähig und können 2 - 3 cm hoch hüpfen. Dies
geschieht dann, wenn sich die eingerollte Larve innen
blitzschnell streckt, aber diese Phase währt nur bis die
Verpuppung des Parasiten beginnt. Das Sprungvermögen
begünstigt das Eindringen der Kokons in feuchtere,
geschützte Bodenspalten und dient möglicherweise auch
dem Ausweichen vor Hyperparasiten, die am Blatt fixierte
Schlupfwespen- und Brackwespen-Kokons in hohem Maße
heimsuchen können. Auch die Junglarven der Campopleginae
(z. B. von Olesicampe) leiden oft sehr stark unter
Hyperparasitierung durch Vertreter der verwandten Unterfamilie
der Mesochorinae.
Die Entwicklung der Parasiten ist in der Regel eng mit jener
der Wirte synchronisiert, wobei univoltine Entwicklung
dominiert. Die Überwinterung erfolgt häufig in
jüngeren Larvenstadien im Wirt oder als Präpuppe im
Kokon.
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