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Diese aberranten,
aquatischen Schlupfwespen wurden früher als eigene Familie
geführt oder sogar in die Nähe der Proctotrupoidea
gestellt. Imaginale und auch larvale Merkmale unterstützen
jedoch die Eingliederung der Agriotypinae bei den Ichneumonidae,
wenn sie auch eine Reihe von Sondermerkmalen aufweisen. Die
wenigen, eurasiatisch verbreiteten Arten gehören alle zur
Gattung Agriotypus. Bei
uns tritt nur A. armatus auf, eine relativ kleine,
schwarze Schlupfwespe, die sofort am langen Schildchensporn
erkannt werden kann. Auffallend sind auch die dunkel gefleckten
Flügel. Die Altlarven besitzen keine Stigmen, blasenartige
Hautausstülpungen (aber keine Borsten) sowie 2 hakenförmige
Fortsätze am Hinterende.
Agriotypus-Arten
sind solitäre, idiobionte Ektoparasiten von Präpuppen
und Puppen von Köcherfliegen, wobei in erster Linie
Trichopteren in Bächen und Flüssen befallen werden.
Das Weibchen von
A. armatus kriecht unter
Mitnahme eines Luftfilms an Wasserpflanzen oder Steinen in das
Wasser und sucht nach den Gehäusen von Köcherfliegen
(speziell Silo und Goera spp.), welche bereits
Präpuppen oder Puppen enthalten. Das Ei wird meist an den
Hinterleib des Wirtes gelegt. Die Weibchen können bis zu
30 Minuten unter Wasser bleiben, wobei die Antennen horizontal
nach hinten gehalten werden, so daß sie bei der
Wirtsfindung keine Rolle spielen dürften. Das Auftauchen
erfolgt passiv, indem sich die Wespen nach oben treiben lassen.
Die Larvalentwicklung im Sommer verläuft ektoparasitisch
im Sandgehäuse des Wirtes und ist schon im Spätsommer
abgeschlossen, worauf ein Puppenkokon gesponnen wird, in dem
bereits im Oktober die Imago schlüpft. Die Wespen
verbleiben aber über Winter im Kokon und verlassen das
Wasser erst im nächsten Frühjahr. Der Parasitenkokon
steht mit einem 3 - 5 cm langen und 1 -2 mm breiten
Gespinstband in Verbindung, das aus dem Wirtsgehäuse
heraushängt und frei im Wasser flattert. Dieser
Seidenfaden funktioniert offenbar als Plastron und dient also
der Sauerstoffversorgung der Parasitenpuppe und vor allem der
überwinternden Wespe. Das Band ist nicht komprimierbar,
wodurch der Luftstickstoff festgehalten wird, während
Sauerstoff laufend nachdiffundieren kann. Imagines von A.
armatus finden sich im Mai-Juni nicht selten entlang von
rasch fließenden Gewässern mit grobsandigem
Untergrund, wo ihre bevorzugten Wirte der Familie Goeridae
anzutreffen sind.
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