Larve von Adelognathus difformis auf Platycampus luridiventris.

Adelognathinae

[ Hymenoptera , »Parasitica« , Ichneumonidea , Ichneumonidae ]


Diese in der Paläarktis mit über 40 Arten der einzigen Gattung Adelognathus vertretene, systematisch isolierte Subfamilie umfaßt auffallend kleine, 3 - 4 mm lange Formen mit nur 12 - 13 Flagellumgliedern, die man oberflächlich eher für Braconiden halten könnte.

Ungewöhnlich ist auch ihre Lebensweise, handelt es sich doch um solitäre, häufig aber gregäre Ektoparasitoide aktiv fressender Afterraupen von Pflanzenwespen. Bevorzugt werden Tenthredinidae, speziell Nematinae und Blennocampinae, doch sind auch Pamphiliidae und Diprionidae (nur im Norden) als Wirte nachgewiesen. Neben frei lebenden Arten werden auch Larven in Blattrollen (Phyllocolpa, Pamphilius), in Gespinströhren (Acantholyda) und selbst in Gallen (Pontania) befallen. Die Eiablage erfolgt vorzugsweise auf ältere Larvenstadien, wobei ein oder mehrere Eier, die an einem Ende schnabelförmig zulaufen, auf die Wirtshaut geklebt werden.


Beispiele


Adelognathus laevicollis


Adelognathus laevicollis, eine auf der Eichenblattwespe Mesoneura opaca schmarotzende Art, legt 2 - 6 Eier reihenförmig zwischen die abdominalen Stummelbeine fast erwachsener Afterraupen ab. Die 0,7 - 0,8 mm langen, weißlichen Eier schlüpfen sehr rasch und auch die idiobionte Larvalentwicklung geht so schnell vor sich, daß die weiterfressende Wirtslarve innerhalb von 4 Tagen ausgesaugt wird. Meist bilden die Altlarven dann entweder in der Bodenstreu, oder bei versteckt lebenden Wirten an deren Aufenthaltsorten, einen bräunlichen, spindelförmigen Kokon, in dem die Verpuppung sowie die Überwinterung erfolgt. Neben univoltinen Arten scheinen nicht selten solche mit 2 Generationen pro Jahr zu existieren. Die Wirtspezifität entspricht wohl einer Monophagie bis Oligophagie.


Adelognathus cubiceps


Gut untersucht ist nur A. cubiceps, der in Skandinavien gallenbildende Pontania-Arten befällt, doch weicht diese Art in mehrfacher Hinsicht ab. Das Weibchen durchfrißt zunächst die Gallenwand, um dann in die Galle einzudringen und die Altlarve des Wirtes anzustechen und dauerhaft zu paralysieren, so daß diese sich nicht mehr weiterentwickeln kann. Die erste Generation des Parasiten lebt stets solitär und verpuppt sich frei in der Wirtsgalle.

Die nachfolgende 2. Generation ist gregär (2 - 5 Eier je Wirt; Eiablage vorwiegend im Thorakalbereich) und spinnt sich zur Überwinterung in einem schiffchenförmigen Kokon ein, der in der Pontania-Galle verbleibt. Bevorzugt werden ausgewachsene, dünnwandige Gallen, wie sie z.B. von Pontania vesicator und ihren Verwandten gebildet werden, während die dickwandigen Gallen der Pontania viminalis-Gruppe nicht angenommen werden.



Adelognathus difformis


Larve von Adelognathus difformis auf Platycampus luridiventris.

A. difformis, eine bei Platycampus luridiventris auf Erlen lebende Art schmarotzt überwiegend solitär; nur selten treten 2 Larven je Wirtslarve auf. Halberwachsene bis erwachsene Larvenstadien werden bei der Eiablage permanent paralysiert und offenbar so chemisch verändert, daß der Parasit den verflüssigten Körperinhalt innerhalb von 3 - 4 Tagen aufsaugen kann. Die Lebensdauer erstreckt sich über mehrere Wochen, doch sind die Generationsverhältnisse noch nicht eindeutig geklärt.


Parasitoide-Online

Last modified: 21.12.01