U.-Fam.: Helconinae

[ Hymenoptera , »Parasitica« , Ichneumonidea , Braconidae ]


Die umfangreiche heterogene Unterfamilie wird derzeit enger gefaßt als früher und ist bei uns vor allem durch die Triben der Helconini, Diospilini und Brachistini vertreten, während die Blacini und Cenocoelini, obwohl biologisch ähnlich, ausgegliedert und in eigene Subfamilien gestellt worden. Inwieweit dieses Vorgehen berechtigt ist, bleibt abzuwarten. Auf den Britischen Inseln sind über 60 Arten der Helconinae s. str. nachgewiesen.

Biologisch ist die Gruppe weniger heterogen, handelt es sich doch fast ausschließlich um koinobionte Endoparasiten versteckt lebender, phytophager Coleopteren-Larven. Zumindest teilweise liegen Ei-Larvenparasiten vor. Die Helconinae, mit den Gattungen Helcon und Helconidea als wichtigste Vertreter, scheinen auf Cerambyciden, seltener auf Buprestiden spezialisiert zu sein. Demgegenüber scheinen die Diospilini teilweise mit Nitituliden, Anobien und vielleicht mit Erdflöhen vergesellschaftet zu sein. Die Brachistini besitzen einen breiteren Wirtskreis, der Samenkäfer, Rüsselkäfer, Anobien, Mordelliden, möglicherweise auch Borkenkäfer, pilzebewohnende Coleopteren und Sackträgermotten umschließt. Einzelne Gattungen dürften jedoch stärker spezialisiert sein, beispielsweise Triaspis, die überwiegend bei Curculioniden auftritt.

Die Biologie der meisten Arten ist nicht näher bekannt. Meist dürfte Solitärparasitismus vorliegen, wobei die Wirte erst kurz vor der Verpuppung abgetötet werden, so daß der Parasit sich dann in einem Kokon in deren Fraßgängen verpuppt. Gut untersucht ist nur Eubazus atricornis als Parasit von Rüsselkäfern der Gattung Pissodes. Auch andere Eubazus-Arten wurden aus diesen Nadelholz-Rüsslern gezogen, z. B. E. semirugosus vor allem aus von Pissodes validirostris befallenen Kiefernzapfen sowie aus Kiefernholz mit Befall durch
P. notatus.

E. atricornis befällt bereits die Eier des Weißtannen-Rüsslers
P. piceae. Superparasitierung ist häufig. Die jüngeren Larvenstadien entwickeln sich endoparasitisch in den Käferlarven, während das letzte Larvenstadium ausschlüpft und die erwachsene Wirtslarve ektoparasitisch verzehrt. Die Entwicklung von Wirt und Parasit ist univoltin. Es liegt eine enge Synchronisation zwischen beiden vor, wobei der Parasit als Junglarve in der Puppenwiege liegenden Altlarve des Käfers überwintert und sich im späten Frühjahr verpuppt und schlüpft. Die Parasitierungsraten liegen meist im Bereich von 40 %.

Die Junglarven von Eubazus gehören zum mandibulaten Typ, doch wird später eine Analblase ausgebildet (resiculater Typ), die bei der ektophagen Altlarve wieder rückgebildet wird.


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Last modified: 22.04.00