Fam. Gasteruptiidae - Schmalbauchwespen

[ Hymenoptera , Evanioidea ]


Verbreitung

Diese etwa 500 Arten umfassende Familie ist fast weltweit verbreitet und vor allem in Australien relativ ursprünglich und reichhaltig entwickelt. In Mitteleuropa ist nur die Gattung Gasteruption vertreten, mit etwa einem Dutzend schwer unterscheidbarer Arten. Dementsprechend gehen die Ansichten über Artabgrenzung und Artenzahl noch auseinander.


Merkmale

Die etwa 5 - 15 mm langen Gasteruption-Arten sind durch ihren "verlängerten Hals" und den langgestreckten, nach hinten deutlich verdickten Hinterleib leicht kenntlich. Die Vorderflügel sind der Länge nach faltbar, die Hinterschienen auffallend keulenartig und der Legebohrer ist lang und deutlich vorstehend.


Biologie

Die Imagines finden sich besonders auf Umbelliferen-Blüten, aber auch an Minzen, Disteln, Goldruten usw. Die Biologie bedarf noch weiterer Abklärung. Sicher ist nur, daß die Schmalbauchwespen vorwiegend in den Nestern stengelbewohnender Bienen schmarotzen, vor allem bei Hylaeus-, Ceratina-, Osmia-, Colletes- und Eriades-Arten. Daneben werden auch Grabwespen (Pemphredon) und solitäre Wespen (Odynerus), soweit sie in Pflanzenstengeln siedeln, als Wirte genannt, doch könnten hier Mischnester von Bienen und Wespen vorgelegen haben. Russische Befunde sprechen dafür, daß es sich überwiegend um kleptoparasitische Futterschmarotzer (aggressive/Inquilinen) handelt. Die Weibchen dringen im Frühjahr und Sommer in die Wirtsnester ein und legen ihre Eier an oder in die verproviantierten Zellen ab. Die nach wenigen Tagen ausschlüpfenden Junglarven verzehren zunächst das Wirtsei oder die Wirtslarve und ernähren sich später von den Nektar- und Pollenvorräten. Dabei können sie sich durch die Zellenwände durchbeißen und den Inhalt mehrerer Zellen leerfressen. Es scheinen 3 Larvenstadien vorzuliegen. Das letzte Larvenstadium scheidet mehrere Exkrementpillen aus und nicht ein einziges, kompaktes Meconium, wie es sonst für die Apocrita typisch ist. Die Verpuppung erfolgt in einem dünnen Kokon in der Wirtszelle. In wärmeren Gebieten, wie sie von den meisten Arten bevorzugt werden, kann eine Generation in 4 - 6 Wochen durchlaufen und so noch eine weitere Brut im Jahr angelegt werden, deren Kokons im Wirtsnest überwintern.

Unsere häufigste Art, Gasteruption assectator schmarotzt bei verschiedenen Hylaeus-Arten in Brombeer-Stengeln, G. jaculator vor allem bei Osmia-Arten. Alle anderen bei uns heimischen Arten sind selten. G. assectator konnte im Versuch auch zur Eiablage und Entwicklung in Zellen der Töpferwespe gebracht werden, die überwiegend in verlassenen Schilfgallen nistet.


Gasteruptiidae


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Last modified: 20.03.02