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Fam. Dryinidae |
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Zikadenwespen |
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[ Hymenoptera , Aculeata , Chrysidoidea ] |
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Allgemeines |
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Die im weiblichen Geschlecht durch den Besitz von Raubzangen an den Vorderbeinen gekennzeichneten Dryinidae stellen eine relativ ursprüngliche Gruppe der Chrysidoidea dar. Der eigenartige Fangapparat fehlt bei den Vertretern der Subfamilie Aphelopinae. Flügellose oder brachyptere Formen sind bei den Weibchen häufig und diese sehen dann Ameisen ähnlich. Die Fühler sind in beiden Geschlechtern 10-gliedrig und inserieren nahe dem Clypeus. Von manchen Arten sind bisher keine oder nur wenige Männchen bekannt, speziell in der Subfamilie Gonatopodinae. Alle Arten sind Parasiten von Nymphen und Adulten der Homoptera Auchenorrhyncha der Superfamilien Cicadelloidea und Fulgoroidea. |
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Verbreitung |
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Die weltweit verbreiteten Zikadenwespen gliedern sich in 10 Unterfamilien, von denen 7 in der Paläarktis vorkommen. Insgesamt sind bisher an die 850 Arten beschrieben, davon 32 aus Großbritannien, etwa 80 aus Europa bzw. um die 140 Arten aus dem paläarktischen Faunengebiet. Die Zuordnung der stark sexualdimorphen Geschlechter ist oft schwierig und nur durch die Zucht sicher zu begründen. Nicht selten können daher nur die Weibchen bestimmt werden. |
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Wirtskreis |
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Von mehr als der Hälfte unserer heimischen Dryinidae sind noch keine Wirte bekannt. Es ist aber wahrscheinlich, daß sie alle bei Kleinzikaden und deren Verwandten (Cicadellidae, Delphacidae etc.) schmarotzen. Innerhalb der Unterfamilien gibt es offenbar Wirtspräferenzen.
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Biologie |
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Biologisch gesehen sind die
Dryinidae nicht nur solitäre, seltener gregäre
Parasiten, sondern auch potentielle Räuber. Die 1 - 3
Wochen lebensfähigen Weibchen töten in solchen Fällen
die mit den Scheren der Vorderbeine gefangenen Beutetiere, ohne
ein Ei in den Wirt abzulegen und fressen sie auf. Durch dieses
"host-feeding" können mehr Wirte abgetötet
werden als durch die eigentliche Parasitierung. Zur Eiablage
hält das Weibchen das Beutetier, eine Nymphe oder Imago des
Wirtes, mit den Fangscheren oder den Mandibeln (bei Arten, denen
die typischen Pinzetten fehlen) fest. Der Wirt wird angestochen,
kurzfristig paralysiert und das Ei an einer bestimmten Stelle,
häufig zwischen zwei Abdominalsegmente, abgelegt.
Superparasitierung kommt vor. Die sacciforme Erstlarve
entwickelt sich in der Regel endoparasitisch im Haemocoel des
Wirtes, seltener ektoparasitisch. Schon nach wenigen Tagen
bricht an der Einstichstelle das hymenopteriforme zweite
Larvenstadium, eingehüllt in einen charakteristischen Sack,
nach außen durch. Parasitierte Wirte sind jetzt schon
äußerlich durch diese seitlichen oder terminalen,
bruchsackartigen Ausstülpungen zu erkennen. Der Sack wird
durch die Exuvie der Erstlarve gebildet (bei den Aphelopinae
zusätzlich durch eine Wundreaktion) und bei den folgenden
Häutungen vergrößert und verstärkt. Form,
Farbe und Position am Wirt variieren von Art zu Art; meist
herrschen schwarze Säcke vor, doch gibt es auch gelb-grüne,
braune oder gebänderte Larvensäcke. Die Ausstülpungen
finden sich bei den Aphelopinae und Gonatopodinae am Abdomen der
Wirte, bei den Anteoninae hingegen am Thorax oder zwischen Kopf
und Brustbereich. Gelegentlich können sich 2 - 3
Larvensäcke an einem einzigen Wirtsindividuum bilden. Das
erwachsene 5. Larvenstadium frißt den Wirt leer; die
ausgefressene Wirtshülle bleibt mit dem Saugrüssel an
der Wirtspflanze fixiert. Die Altlarve sprengt nach einer
Gesamtlarvenzeit von etwa 2 - 4 Wochen den stark angeschwollenen
Sack und spinnt sich auf der Pflanze oder im Boden einen
kompakten, seidigen, häufig zweischichtigen Kokon, in dem
die Verpuppung erfolgt. Die Puppenruhe dauert im Sommer weitere
4 Wochen. Bei uns treten 1 - 3 Generationen im Jahr auf; im
Norden dominiert der univoltine Zyklus. Die Überwinterung
erfolgt meist als Altlarve oder Präpuppe im Kokon; bei
anderen Arten als Junglarven im überwinternden Wirt.
Dryiniden-Kokons können durch Diapriidae (Ismarinae) sowie
durch Encyrtidae parasitiert werden. |
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