Chalcidoidea

Erzwespen i.w.S.

[ Hymenoptera ]

© R. Meyhöfer



Der Name Erzwespen weist auf die charakteristische metallisch grüne, blaue, bronzene oder purpurne Färbung vieler Vertreter dieser Gruppe hin; hinzu kommt oft eine deutliche Skulpturierung des Integuments.


Verbreitung

Die Erzwespen i.w.S. stellen mit weltweit an die 21.300 beschriebenen Arten in 2040 Gattungen eine der größten Superfamilien der Parasitica dar. In der Artzahl werden die Erzwespen nur von den Ichneumonidea übertroffen. Verschiedenen Autoren vermuten sogar, daß mehr als 100.000 Arten existieren könnten. Von den Britischen Inseln sind über 1500 Arten bekannt, aber da die Chalcidoidea vor allem in wärmeren und tropischen Regionen dominieren, sind bereits in Mitteleuropa und speziell im Mediterrangebiet wesentlich höhere Artenzahlen zu erwarten.


Merkmale

Morphologisch kennzeichnend sind die geknieten Fühler mit einem langen Schaft und häufig mit einer ausgeprägten Endkeule. Die Geißelglieder tragen wenige bis zahlreiche längliche Sensillen (Rhinarien). Das Flügelgeäder ist hochgradig reduziert, so daß Zellen fehlen, doch gibt es nicht selten "flügellose" Formen. Typisch ist ein Praepectus, wodurch das Pronotum nicht bis zu den Tegulae reicht (Gegensatz zu habituell ähnlichen Proctotrupoidea und Ceraphronoidea, welche ferner keine Rhinarien besitzen!). Die meisten Erzwespen sind klein bis winzig, nur selten länger als 5 mm.


Systematik

Das System der Chalcidoidea ist noch voll im Fluß. Gegenwärtig werden von den meisten Autoren 21 Familien unterschieden, wobei allerdings die Zugehörigkeit der Mymaridae und speziell der Mymarommatidae zu den Erzwespen fraglich erscheint. Die Rotoitidae sind bisher nur in je einer Art in Neuseeland und Chile gefunden worden, und auch die mit den Eupelmidae verwandten Tanaostigmatidae kommen hauptsächlich in Australien, Neuseeland und Südamerika (vereinzelt bis in die südliche USA) vor, sie leben überwiegend phytophag als Verursacher von Zweig-, Knospen- und Samengallen an Akazien und verwandten Leguminosen. Somit verbleiben für Europa - unter Einschluß der Zwergwespen - 19 Familien, die im folgenden besprochen werden sollen.

Die Familien der Chalcidoidea

Agaonidae (Feigenwespen)

Aphelinidae

Chalcididae

Chrysolampinae

Eucharitidae

Elasmidae

Encyrtidae

Eulophidae

Eupelmidae

Eurytomidae

Leucospidae

Mymaridae

Mymarommatidae

Ormyridae

Perilampidae

Pteromalidae

Rotoitidae

Signiphoridae

Tanostigmatidae

Tetracampidae

Torymidae

Trichogrammatidae




Chalcidoidea


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Last modified: 22.03.02