|
Trichogrammatidae [ Hymenoptera , Chalcidoidea ] |
|
|
© Annette Herz |
|
Merkmale |
|
Es handelt sich um meist winzige, in der Regel unter 1 mm große Erzwespen (selten bis 2 mm lang), deren Färbung von gelb bis dunkelbraun variiert; Metallfarben fehlen völlig. Sie sind vor allem an den 3-gliedrigen Tarsen leicht kenntlich. Die kurzen Antennen tragen häufig eine Endkeule, der Funiculus ist höchstens 2-gliedrig, die Fühler der Männchen sind wirtelig behaart. Die Flügel weisen oft deutliche radiäre Haarreihen auf; eine Postmarginalis fehlt. Der Hinterleib setzt breit an den Thorax an. Es werden 2 Unterfamilien unterschieden: die Trichogrammatinae und die Lathromerinae. |
|
Verbreitung |
|
Weltweit sind über 500 Arten der Trichogrammatidae bekannt, wobei besonders die taxonomisch schwierige Gattung Trichogramma artenreich entwickelt ist. Auf den Britischen Inseln kommen etwa 30 Arten vor |
|
Biologie |
|
Alle Trichogrammatinen sind
solitäre oder gregäre
Primärparasiten von Insekteneiern. Im Vordergrund
stehen die Eier von holometabolen, terrestrischen Insekten,
speziell von Lepidopteren, seltener Coleopteren, Dipteren,
Hymenopteren und Neuropteren. Stark befallen werden jedoch auch
die Eier von Hemipteren, seltener Thysanopteren. Auch eine Reihe
von aquatisch lebenden Wirten (z. B. Libellen, Wasserwanzen und
Wasserkäfer) werden von diesen Erzwespen parasitiert. Eine
einzige Trichogramma-Art ist als fakultativer
Hyperparasit bekannt, in dem auch schon durch Telenomus
(Scelionidae) parasitierte Schmetterlingseier angestochen werden
können. Neben Trichogramma spp. zu erwähnen
sind die Gattungen Uscana (in Bruchiden-Eiern),
Ophioneurus und Poropoea (in Curculioniden-Eiern),
Oligosita und Ufens (in den Eiern von Wanzen und
Zikaden), sowie Prestwichia, mit 2 Arten in Europa, von
denen P. aquatica ein Gregärparasit in den Eiern von
Wasserwanzen und Dytisciden ist, während sich P.
solitaria ebenso als Solitärparasit entwickelt. Diese
aquatischen Arten, wozu noch Hydrophilita aquivolans
zählt, finden ihre Wirte schwimmend, wobei sie die Beine
als Ruder benutzen. Einige andere Arten sind phoretisch auf
adulten Laubheuschrecken, in deren Gelegen sie sich entwikkeln.
Phoresie ist auch von einer südamerikanischen Xenufens-Art
bekannt, die eine Tagfalterart als Transportwirt benutzt. Die
meisten Trichogrammatiden suchen jedoch aktiv nach Wirtseiern,
wobei vor allem frei abgelegte Eier bevorzugt werden, während
endophytische Eier seltener parasitiert werden. Einige Arten
sind sehr polyphag und versuchen sogar eiförmige Samen oder
trockene Kügelchen von Pflanzensäften anzustechen,
doch gibt es auch zahlreiche Spezialisten mit einem engeren
Wirtskreis. Manche Arten scheinen deutlich biotopgebunden zu
sein (Feuchtwiesen, Wälder usw.), wodurch ihr Wirtskreis
von vornherein stärker begrenzt wird. |
|
Bedeutung |
|
Vertreter der Gattung Trichogramma sind meist auch Laien zumindest namentlich bekannt, da einige Arten seit langem in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt und deshalb fabriksmäßig zu Millionen gezüchtet und über den Fachhandel oder durch staatliche Pflanzenschutzstellen vertrieben werden. In Mitteleuropa werden diese Eiparasiten in erster Linie gegen den Maiszünsler angewendet und dazu entweder auf Mehlmotten- oder Getreidemotten-Eiern im Labor gezüchtet. In Osteuropa werden auch Apfelwickler, Pflaumenwickler, Kohleulen und andere schädliche Lepidopteren durch Trichogramma spp. bekämpft. Weit verbreitet ist dieses Verfahren auch in der Sowjetunion, in China sowie in den USA. Automatisierte Zuchtmethoden ermöglichen die Produktion von einigen Millionen Trichogrammen pro Tag, wobei dann, je nach Schädlingsart, einige Zehntausend pro Hektar ausgebracht werden. In der Regel werden die parasitierten Motteneier kurz vor dem Schlüpfen im Befallsgebiet freigesetzt, doch können auch Freilassungen von Flugzeugen aus erfolgen. |
|
Last
modified: |