Tetracampidae

( Hymenoptera , Chalcidoidea )


Merkmale

Diese kleine Familie der Erzwespen umfaßt weltweit nur etwa 50 beschriebene Arten in 15 Gattungen, von denen nur 7 auf den Britischen Inseln und ca. 1 Dutzend in Mitteleuropa auftreten. Verwandschaftlich scheinen die Tetracampidae ein Bindeglied zwischen den Eulophiden und Pteromaliden zu bilden.

Die 1-3 mm langen, metallisch grünen Imagines besitzen eine 11-12 gliedrige Antenne sowie ein großes, langes Pronotum, dessen Hinterrand undeutlich ist und somit direkt in das Mesoscutum überzugehen scheint. Die Tarsen sind 5-gliedrig, bei den Männchen häufig 4-gliedrig. Typisch ist vielfach, daß das Propodeum auf seiner Mitte mehrere Borsten tragen kann.

Es werden 3 Unterfamilien unterschieden, von denen bei uns nur die Platynocheilinae und die Tetracampinae vertreten sind.

Der Wirtskreis der Tetracampidae ist unheinheitlich und noch wenig bekannt. Pflanzenminierer, wie Minierfliegen (Agromyzidae), scheinen bevorzugt zu werden. Die Foersterella-Arten sind jedoch Eiparasiten verschiedener Schildkäfer der Gattung Cassida auf Disteln und dergleichen.


Dipriocampe diprioni

Gut untersucht ist nur die Lebensweise von Dipriocampe diprioni. Diese Art ist ein Primärparasit der Eier unserer heimischen Diprioniden (Buschhornblattwespen) wie Diprion pini, Neodiprion sertifer, Gilpinia socia usw.

Die Eiablage erfolgt in frisch abgelegte Wirtseier, wobei Superparasitierungen auftreten können. Häufig werden alle Blattwespeneier einer Kiefernnadel angestochen und nicht selten fast alle Eier eines Geleges. Die Junglarven sind typisch bedornt und die Larvalentwicklung erfolgt innerhalb weniger Wochen. Dabei verfärbt sich die Eihülle des Wirtes bräunlich, so daß befallene Eier leicht erkannt werden können. Die Entwicklung des Parasiten ist gut mit jener des Wirtes synchronisiert, so daß bei Diprion pini und ihren Verwandten als Wirte bivoltine Entwicklung die Regel ist, während bei der univoltinen N. sertifer der Parasit durch Einschaltung einer sommerlichen Altlarvendiapause nur eine Generation pro Jahr durchläuft. Die Überwinterung erfolgt je nach Wirt im Praepuppenstatium, bei der im Herbst ablegenden N. sertifer hingegen als Junglarve.

Es gibt Hinweise dafür, daß die bei N. sertifer vorkommende Dipriocampe-Form eine eigene Wirtsrasse oder Art darstellt. Der Versuch, diese Form in Kanada zur biologischen Bekämpfung von N. sertifer dauerhaft anzusiedeln, scheint fehlgeschlagen zu sein.


Literatur

Boucek, Z. & R. R. Askew. (1968): World Tetracampidae. Index of entomophagous insects. LeFrancois, Paris: 20 pp.

Boucek, Z. (1993): New taxa of North American Pteromalidae and Tetracampidae (Hymenoptera), with notes. J. Nat. Hist. 27: 1239-1313.

Gibson, G. A. P., Huber, J. and J. B. Woolley. (1997): Annotated keys to the genera of Nearctic Chalcidoidea (Hymenoptera). Monograph 1. National Research Council, Ottawa.


P-Online

Last modified: 12.03.02