Signiphoridae

[ Hymenoptera , Chalcidoidea ]


Merkmale

Die Signiphoridae (früher als Thysanidae bezeichnet) sind kleine, schwarzbraune Chalcidier mit einer Körperlänge von etwa 0.7 - 1 mm und stets voll entwickelten Flügeln. Das Abdomen setzt, ähnlich wie bei den Blattwespen, breit am Thorax an. Das Scutellum ist als ein breites Band entwickelt, das Propodeum im Mittelteil typisch dreieckig. Die maximal vier Funiculusglieder sind ringförmig ausgebildet; daran schließt sich ein Keulenglied an, das größer als der Rest der Antennen sein kann. Die Beine sind oft auffällig bedornt.


Verbreitung

Die Thysaniden haben ihr Artenzentrum in den Tropen und Subtropen der Neuen Welt, während sie in den altweltlichen Gebieten seltener zu sein scheinen. Insgesamt sind etwa 75 Arten aus 4 Gattungen beschrieben. In Europa sind weniger als ein Dutzend Arten vertreten, wovon nur zwei in Großbritannien vorkommen.


Biologie

Die Signiphoridae werden meist aus Cocciden, Pseudococciden und Aleyrodiden gezogen, doch dürfte es sich in der Regel um Sekundär- oder teilweise Tertiärparasiten von anderen Erzwespen handeln. Einige Arten sind Primärparasiten in den Puparien von Dipteren. Die Entwicklung verläuft, soweit bekannt, solitär oder gregär-endoparasitisch in Encyrtiden und anderen primären Schmarotzern von Schild- und Mottenläusen. Die Eier sind relativ groß, gekrümmt oval und am Vorderpol oft kurz gestielt; die Junglarven gehören zum hymenopteriformen Typ. Die Verpuppung erfolgt im Fliegenpuparium oder, bei Parasiten von Coccoidea, unter dem Schild neben den Resten des Wirtes. Der Winter wird offenbar im Altlarven- oder Puppenstadium überdauert.


P-Online

12.03.02