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Pteromalidae [ Hymenoptera , Chalcidoidea ] |
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Merkmale |
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Im Verein mit den Eulophidae und den Encyrtidae stellen die Pteromalidae mit über 3100 Arten die wichtigste und umfangreichste Familie der Erzwespen dar. Ihre morphologische Vielgestaltigkeit läßt eine Kurzdiagnose der Gruppe nicht zu, um so mehr als über Umfang, Abgrenzung und Unterteilung dieser Großfamilie noch keine einheitliche Meinung besteht. Einige Autoren gliedern mehrere Unterfamilien (Cleonyminae, Spalangliinae, Miscogasterinae) als selbstständige Familien aus; andere hingegen fassen die Familie weiter, indem sie die Ormyridae und Perlilampidae in die Pteromalidae einschließen. Manche Pteromalidae-Männchen ähneln auffällig denen der Torymidae oder Eupelmidae. Viele Arten sind relativ robust gebaut, überwiegend metallisch glänzend und in der Regel geflügelt. Die Antenne besitzt meist weniger als 6 Funiculusglieder, jedoch häufig 3 Ringglieder. Die Tarsen sind stets 5-gliedrig. Auch biologisch ist eine klare Abgrenzung nicht möglich. Der Wirtskreis der Pteromalidae ist außerordentlich umfangreich und umfaßt in erster Linie die Larven und Puppen aller vier großen holometabolen Insektenordnungen sowie verschiedenen Homopteren. Neben primären Ekto- und Endoparasiten gibt es auch viele hyperparasitische Arten, die in oder an anderen parasitischen Microhymenopteren und Dipteren schmarotzen. In einzelnen Fällen werden auch Wirte mit spezialisierter Lebensweise, wie beispielsweise Taumelkäfer (Gyrinidae), Schwammfliegen (Sisyridae) oder Flöhe bzw. andere Arthropoden (Eikokons von Spinnen) befallen. Selbst innerhalb der Großgattung Pteromalus (Habrocytus) finden wir ein umfangreiches Wirtsspektrum, das in Europa neben verschiedenen Micro- und Macrolepidopteren auch zahlreiche Gallwespen, Gallmücken, gallenbewohnende Blattwespen, Rüsselkäfer, verschiedene Bohrfliegen, samenbewohnende Erzwespen, die Puparien parasitischer Conopidae und die Eikokons einer Spinnenart umfaßt. |
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Verbreitung + Systematik |
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In der nordwesteuropäischen Fauna sind etwa 800 Arten vertreten; von den Britischen Inseln sind über 530 Pteromaliden-Arten bekannt. Sie werden in 14 oder mehr Unterfamilien gegliedert, von denen aber allein zwei, die Miscogasterinae und Pteromalinae, nahezu 90 % aller heimischen Arten umfassen. Über einige sehr kleine Subfamilien wissen wir so gut wie nichts. Zumindest von ihren europäischen Vertretern sind bisher die Wirte nicht bekannt. |
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Biologie |
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Im allgemeinen
dominieren bei den Pteromalidae die Ektoparasiten über die
Endoparasiten, doch kommen beide Parasitierungsformen und selbst
Hyperparasitismus innerhalb einer Gattung vor. Neben solitärer
Entwicklung gibt es auch gregäre Arten, z. B. der schon
erwähnte Pteromalus puparum, von dem sich über
100 Individuen in einer Tagfalterpuppe (Pieridae, Nymphalidae)
entwickeln können. Eine Reihe von Arten lebt überwiegend
räuberisch, besonders jene, die Eigelege attackieren;
gallenbewohnende Formen sind nicht selten nur aggressive
Inquilinen und ernähren sich überwiegend von
pflanzlicher Substanz. Viele Pteromalidae sind auf ein
"host-feeding" angewiesen, um die Fortpflanzungsreife
zu erlangen. Verschiedene Arten, die an versteckt in Samen,
Gallen, Kokons oder Puparien lebenden Wirten schmarotzen,
fertigen dabei "Trinkhalme" an. Diese kapillaren, der
leichteren Nahrungsaufnahme dienenden Strukturen wurden erstmals
von Pteromalus (Habrocytus) cionobius, einem
Kokonparasiten von Rüsselkäfern der Gattung Cionus
beschrieben. Manche Pteromalidae scheinen neben der Aufnahme von
Haemolymphe auch Wirtsgewebe aus der Anstichwunde herauszubeißen.
Stehen keine Wirte zur Eiablage zur Verfügung, so können
die legereifen Eier resorbiert und neue erst nach erneuter
Nahrungsaufnahme am Wirt gebildet werden. Die Wirte werden beim
Anstich meist paralysiert und viele Arten töten sie dabei
ab, offenbar ohne sie zu "konservieren", so daß
die Larvalentwicklung der Parasiten überwiegend am toten
Wirt als "Aasfresser" vor sich geht. Die Fertilität
ist relativ hoch, von einigen Arten sind bis zu 700 Eier je
Weibchen ermittelt worden. Das Geschlechterverhältnis ist
häufig deutlich zugunsten der Weibchen verschoben. Die
Larvalentwicklung wird oft rasch, in 1 - 2 Wochen, abgeschlossen.
Zur Verpuppung wird, wie bei fast allen Chalcidoidea, kein Kokon
gesponnen; die freien Parasitenpuppen finden sich häufig in
den Wirtsresten. Die Überwinterung erfolgt in der Regel als
Altlarve (Präpuppe) im Wirt; gelegentlich auch im
Adultenstadium; Diapausen im Larvenstadium, auch über
mehrere Jahre hinweg, sind nicht ungewöhnlich. |
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