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Bei uns dominieren Vertreter
der Gattung Perilampus, die sich überwiegend
als obligatorische, seltener als fakultative Hyperparasiten vor
allem von Tachiniden sowie Ichneumoniden und Braconiden
entwickeln, teilweise aber auch als echte Primärparasiten
fungieren können.
Ähnlich wie bei den
Eucharitidae
erfolgt die Wirtsfindung durch ein Planidium-Stadium,
d. h. durch die bewegliche, gepanzerte Erstlarve. Die Blüten
und Honigtau besuchenden Imagines legen ihre ovalen,
kurzgestielten Eier (bis zu 500 Stück) oberflächlich
oder in das Pflanzengewebe eingebettet auf die Futterpflanzen
des Wirtes und es bleibt dann den Junglarven überlassen,
Kontakt mit dem Wirt zu finden und sich an ihm anzuheften oder
sich in ihm einzubohren. Das Planidium ist durch 12 gepanzerte
Platten sowie durch ein Paar langer Cerci am 12. Segment
gekennzeichnet, während das 13. Segment in einen Saugnapf
ausgezogen ist. Die sklerotisierten Bänder können am
Hinterrand stark bedornt sein, wodurch die Beweglichkeit der
Junglarven erhöht wird. Handelt es sich um eine
primärparasitische Art, so heftet sich das Planidium an
jegliches ihm nahekommende Larvenstadium des Wirtes an und
wartet nun dessen Kokonbildung ab, bevor es sich ektoparasitisch
weiter entwickelt. Handelt es sich um eine hyperparasitisch
lebende Art, so bohrt sich das Planidium zunächst in die
Raupe des Primärwirtes (meist Lepidopterenraupen oder
Afterraupen von Blattwespen) ein. Hierauf sucht die Junglarve
von Perilampus früher oder später eine
Tachinen- oder Schlupfwespenlarve auf und bohrt sich nun in
diese ein, um dann zunächst in dessen Haemocoel abzuwarten.
Wenn der Primärparasit nach Abschluß seiner
Larvalentwicklung den Wirt verlassen sollte, wie dies
Raupenfliegen und Schlupfwespen häufig tun, so ist durch
das Einbohren sichergestellt, daß die Junglarve des
Hyperparasiten Kontakt zum Wirt halten kann. Sie verläßt
dann nach Abschluß der Larvalperiode des Primärparasiten
ihren eigentlichen Wirt und beginnt sich nun ektoparasitisch in
dessen Puparium oder Kokon zu entwickeln; schon nach etwa 2
Wochen wird der Primärparasit aufgefressen. Die Entwicklung
umfaßt offenbar 3 oder 4 Larvenstadien, von denen die L2
und L3 relativ unspezialisiert erscheinen, während die
Altlarve bei manchen Arten durch seitliche Thorakalfortsätze
gekennzeichnet ist. Bleibt eine von einem Planidium besetzte
Raupe oder Afterraupe unparasitiert, so stirbt das
hyperparasitische Perilampus-Planidium ab, wenn die Raupe
des Primärwirtes sich zu verpuppen beginnt. Unsere
häufigste Art, P. tristis, schmarotzt in und
an den Ichneumoniden und Braconiden des Apfelwicklers, des
Kieferntriebwicklers und ähnlicher Kleinschmetterlinge. P.
ruficornis ist ein Hyperparasit von Tachiniden und
Braconiden (Rogas, Meteorus), die ebenfalls in
Lepidopteren schmarotzen. P. polypori und P.
cephalotes befallen verschiedene Nemeritis-Arten
(Ichneumonidae), die sich ihrerseits endoparasitisch in den
Larven von Kamelhalsfliegen
der Gattung Raphidia entwickeln. Die Perilampus-Imagines
schlüpfen erst aus den Puparien oder Kokons der
Primärparasiten.
Andere
Perilampinae sind echte Primärparasiten, die aber
ihre Wirtslarven ebenfalls über ein Planidium-Stadium
aufsuchen. Dies gilt beispielsweise für P. aeneus,
welcher aus den Kokons der Blattwespengattung Athalia
gezogen wurde. P. laevifrons befällt
Chrysopiden-Larven bzw. entwickelt sich in deren Kokons. Eine
nordamerikanische Art legt ihre 200 - 500 Eier in die Nähe
von Chrysopa-Eiern ab, oft sogar an deren Eistiel. Die
bis zu 3 Wochen lebensfähigen Planidien heften sich an die
jungen Florfliegenlarven an und vermögen auch deren
Häutungen zu überstehen. Erst nach der Kokonbildung
des Wirtes beginnt das Planidium mit seiner Weiterentwicklung,
die innerhalb von 1 - 2 Wochen abgeschlossen ist.
Perilampinae
sind in der Regel Solitärparasiten
mit einer hohen, die riskante Lebensweise kompensierenden
Fruchtbarkeit, die eine oder mehrere Generationen im Jahr
durchlaufen können, je nachdem wie lange sie als Planidium
auf einen geeigneten Wirt und auf den Abschluß ihrer
Larvalentwicklung "warten" müssen. Die
Überwinterung scheint teilweise als Puppe oder Imago im
Wirtskokon bzw. Wirtstönnchen zu erfolgen. Überwintert
der Primärwirt im jüngeren Larvenstadium, wie z.B. der
Kieferntriebwickler,
so überdauert Perilampus als Planidium im Wirt die
kalte Jahreszeit, um erst im Frühjahr seine Entwicklung
aufzunehmen.
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