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Fam. Mymaridae |
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Zwergwespen |
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[ Hymenoptera , Chalcidoidea ] |
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Die Mymaridae (oder Zwergwespen) sind winzige, nicht metallisch, sondern gelb bis dunkelbraun gefärbte, meist nur 0.3 - 1.5 mm große Hymenopteren und gehören damit zu unseren kleinsten Insekten. |
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Merkmale |
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Mymariden sind durch starke Rückbildungserscheinungen charakterisiert. Diese werden besonders an den Flügeln deutlich. Die Hinterflügel sind in der Regel sehr schmal, dafür aber oft lang bewimpert. Auch die meist stark bewimperten Vorderflügel können in der Breite stark reduziert und an ihrer Basis so stark verengt sein, daß beide Flügelpaare gestielt erscheinen. Manche Arten sind brachypter bis apter. Das Geäder ist bis auf Reste (kurze Marginalader, sehr kurze Stigmalis) reduziert. Die auffallend langen Antennen (mit keulenförmigen Endglied) inserieren weit voneinander entfernt, sind 8 - 13 gliedrig, doch fehlen ihnen die Ringglieder (Anelli). Das Scutellum ist durch eine Querfurche in 2 Hälften geteilt. Das Abdomen kann lang gestielt oder sitzend sein und der Legebohrer versteckt bis weit vorragend. |
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Systematik |
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Biologie |
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Alle Zwergwespen sind typische solitäre, seltener gregäre Eiparasiten, überwiegend von hemimetabolen Insekten. Bevorzugt werden in Pflanzengewebe abgelegte oder anderweitig "verteckte" Eier. Die meisten Arten schmarotzen in den Eiern von Homopteren (Auchenorrhyncha und Coccoidea) und Heteropteren, jedoch werden auch solche von Orthopteren, Psocopteren, Neuropteren, Coleopteren (z. B. Curculionidae), Lepidopteren und Dipteren angenommen, doch bedürfen manche Wirtsbefunde der Überprüfung. Einige aquatische Arten leben in Odonaten-, Dytisciden- und Wasserwanzen-Eiern; mehrere Arten aus verschiedenen Gattungen sind rein parthenogenetisch. Die Biologie ist nur von wenigen Arten genauer untersucht, z. B. von verschiedenen Anagrus-, Gonatocerus- und Polynema-Arten, die überwiegend in Kleinzikaden-Eiern parasitieren, von Anaphes flavipes, einem Eiparasiten des Getreidehähnchens (Oulema melanopus), von Patasson spp. als Parasiten von Sitona-Eiern (Curculionidae) sowie von Caraphractus cinctus, welche Dytisciden-Eier als Wirte bevorzugt. |
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Die Anagrus-Arten befallen Zikaden-Eier, die in turgeszentes Pflanzenmaterial abgelegt wurden. Bevorzugt werden Cicadellidae, Delphacidae und Cercopidae, wobei die meisten Arten oligophage Solitärparasiten zu sein scheinen. Einige sind fakultativ, andere obligatorisch gregär. Entgegen früherer Ansicht werden nicht nur frisch abgelegte Wirtseier angestochen sondern auch solche, in denen die Embryonalentwicklung weiter fortgeschritten ist. Superparasitierung wird in der Regel vermieden. Die Lebensdauer der Imagines ist auf 1 - 2 Wochen beschränkt, in welchem Zeitraum die Weibchen bis gegen 100 lang-ovale, gestielte Eier ablegen können. Anagrus spp. scheinen nur 2 Larvenstadien zu durchlaufen, während bei Polynema-Arten mindestens 3 vorkommen. Die Junglarven sind vom sacciformen oder "mymariformen" Typ, das folgende Stadium vom segmentierten "histriobdelliden" Typ. Männliche Larven entwickeln sich rascher als weibliche, wobei etwa 2 - 4 Wochen Gesamtentwicklungszeit anzunehmen sind. In unserem Klima werden jährlich 3 oder mehr Generationen gebildet. |
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Die meisten Polynema- und Gonatocerus-Arten sind dagegen, je nach dem befallenen Wirt, uni- oder bivoltin. Einige Arten können jedoch 2 - 3 Generationen auf einer einzigen Wirtsgeneration durchlaufen, indem zunächst frische Eier, später ältere Embryonen angestochen werden. Die Überwinterung erfolgt meist im Präpuppen- oder Puppenstadium in der leeren Eihülle des Wirtes. Polynema woodi überwintert jedoch als Junglarve in den in Binsen abgelegten Eiern von Cicadella viridis, welche auch von mehreren Anagrus- und Gonatocerus-Arten befallen werden. Die Parasitierungsraten können bei Sommerwirten häufig über 50 % liegen; bei Winterwirten werden nur ausnahmsweise so hohe Werte erreicht. |
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Gut untersucht ist auch die Lebensweise von Caraphractus cinctus, eine Art die solitär in den kleinen Eiern von Wasserkäfern (Agabus) bzw. gregär bei Wirten mit größeren Eiern (Gelbrandkäfer etc.) schmarotzt. Die Weibchen besitzen die Fähigkeit, die Größe der Käfereier mit ihren Fühlern abzutasten und eine "passende" Anzahl von Eiern je Wirtsei abzuleben. Caraphractus befällt nur Dytiscideneier, die unter dem Wasserspiegel liegen; auch die Kopula findet unter Wasser statt. Zum Schwimmen werden die stark reduzierten Flügel als Paddel benutzt. Die Weibchen können mehrere Tage im untergetauchten Zustand überleben, was durch die geringe Körpergröße (1 1/2 mm Körperlänge) und den Gasaustausch durch die dünne Kutikula ermöglicht wird. |
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Sammeln |
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Die Imagines der Zwergwespen werden beim Fang mit dem Streifnetz oft übersehen, deshalb sind Farbschalen oder feinmaschige Malaisefallen zweckmäßiger, sowie die Aufzucht-parasitierter Wirtseier. Die Präparation und Konservierung der Tiere sollte auf mikroskopischen Objektträgern erfolgen. |
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