Weibchen von Leucopsis gigas.

Fam. Leucospidae

[ Hymenoptera , Chalcidoidea ]

© Klaus Hellrigl



Hier handelt es sich um eine mit den Chalcididae verwandte, artenarme Gruppe oft auffallend großer Erzwespen. Neben der gedrungenen Gestalt, der reichen Skulpturierung und Wespenzeichnung, den extrem verdickten Hinterschenkeln und gekrümmten Hinterschienen sind vor allem der über das Abdomen bis zum Thorax hochgebogene Legebohrer und die in Ruhestellung nach Faltenwespenart längsgefalteten Vorderflügel typisch.


In der Westpaläarktis kommen nur 8 Arten vor. Bei uns ist Leucospis dorsigera mäßig häufig, während die auffällige L. gigas seltener auftritt. Soweit bekannt, schmarotzen die Leucospidae als solitäre Ektoparasiten in den Nestern verschiedener Bienen, L. gigas beispielsweise bei der Mörtelbiene Chalicodoma muraria, andere Arten bei Osmia spp. etc. Die Parasitenweibchen bohren die einzelnen Mörtel- oder Stengelzellen ihrer Wirte an und legen ein, selten mehrere langgestielte Eier an die innere Zellwand oder an den Kokon, wenn der Wirt sich schon eingesponnen hat. Die kannibalistischen Larven suchen aktiv die Wirtslarve auf und saugen sie in etwa 2 - 3 Wochen aus, um sich dann innerhalb der Zelle zu verpuppen; etwa 2 Wochen später schlüpft die Imago. Es kommen meist 2 Generationen pro Jahr vor. L. gigas soll in Frankreich rein parthenogenetisch sein, während in Nordafrika beide Geschlechter vorkommen.


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Last modified: 12.03.02