Elasmidae

[ Hymenoptera , Chalcidoidea ]


Diese relativ kleine Familie umfaßt etwa 200 Arten der einzigen Gattung Elasmus, die vor allem in den Tropen der Alten Welt verbreitet sind, während in Europa nur wenige Arten vorkommen. Verwandtschaftlich stehen sie den Apheliniden und Eulophiden nahe, weshalb sie früher in letztere Gruppe eingeschlossen wurden.


Merkmale

Die meisten Elasmiden erreichen nur eine Körperlänge von 1 - 2 mm. Der Körper ist niemals metallisch gefärbt, sondern meist schwarz mit hellen Markierungen. Die Fühler sind 9-gliedrig (ein kleines Ringglied eingeschlossen) und bei den Männchen distal verzweigt. Typisch sind auch die keilförmigen Vorderflügel mit einer auffallend langen Marginalader, während die Stigmalis und Postmarginalis extrem kurz sind. Die sehr großen Coxen der Hinterbeine sowie die Femora des mittleren und hinteren Beinpaares erscheinen abgeflacht. Die Hintertibien tragen ein rautenförmiges Borstenmuster, die Tarsen sind 4-gliedrig. Des weiteren ist auch der Hinterleib recht charakteristisch geformt. Er setzt direkt und breit an den Thorax an (d. h. der Petiolus ist unscheinbar) und ist von langer, dreieckiger Gestalt.

Biologie

Biologisch gesehen handelt es sich überwiegend um gregäre, ektoparasitisch lebende Schmarotzer von Lepidopteren-Larven. Bevorzugt werden versteckt in Gehäusen, zusammengefalteten Blättern, in Stengeln oder in Gespinsten lebende Arten (z. B. Psychidae, Tischeriidae etc). Daneben werden aber auch einige Vertreter anderer Insektenordnungen befallen, angeblich sogar Wespen. Eine Reihe von Arten scheinen keine Primärparasiten, sondern obligatorische Hyperparasiten von Brackwespen- und Schlupfwespenkokons zu sein, z. B. von Apanteles oder Meteorus bzw. von Campopleginen und verwandten Ichneumoniden.

Als typische Idiobionten paralysieren die Elasmidae ihre Wirte bei der Eiablage und legen eine variable Anzahl von Eiern außen auf den Wirt, wobei sich die Gelegegröße nach der Wirtsgröße richtet. Die Gesamteizahlen sind jedoch gering (um die 50 je Weibchen). Aus den langovalen Eiern schlüpfen hymenopteriforme Junglarven, die vom 2. oder 3. Thoraxsegment an paarige stummelartige Fortsätze tragen können.

Befallen werden oft alle Larvenstadien des Wirtes, seltener jedoch die Präpuppen. Bei solitärer Entwicklung auf jungen oder kleinen Wirtslarven ist das Geschlechterverhältnis weitgehend ausgeglichen, während in gregären Bruten auf größeren Wirten die Weibchen stark dominieren, was dafür spricht, daß Geschwisterpaarungen häufig sein sollten. Bei den meisten Elasmiden - vor allem aber bei tropischen Arten - scheint die Embryonal- und Larvalentwicklung sehr rasch zu verlaufen; eine Generation soll sich in 2 - 3 Wochen entwickeln, wobei jeweils nur einige wenige Tage auf das Ei- bzw. die Larvenstadien entfallen. Die Verpuppung erfolgt in der Regel im Wirtskokon, in der Mine etc. und die Puppen werden durch das Meconium festgeklebt. Einige Arten bilden ihre Puppen in einer ringförmigen Anordnung um den toten Wirt.

Parasitoide-Online

Last modified: 12.03.02