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Fam. Aphelinidae |
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[ Hymenoptera , Chalcidoidea ] |
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Merkmale |
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Eine artenreiche Familie meist sehr kleiner Erzwespen von gelber, brauner oder schwärzlicher Färbung oder Farbkombination. Neben der geringen Körpergröße (0,5 - 1,5 mm) und der nicht metallischen Färbung sind auch die höchstens 8 Segmente umfassenden, kurzen Antennen und im Flügelgeäder die stark reduzierte Radial- und fehlende Postmarginalader typisch. |
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Das Abdomen sitzt breit am Vorderkörper an. Als nähere Verwandte werden die Eulophidae, Trichogrammatidae bzw. die Encyrtidae angesehen. |
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Verbreitung |
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Weltweit sind etwa 900 Arten in mehr als 40 Gattungen bekannt, mit Schwerpunkten in der Paläarktis und Australien. Auf den Britischen Inseln wurden knapp 40 Arten nachgewiesen; in Mittel- und vor allem in Südeuropa steigt die Artenzahl an. |
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Biologie |
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Die Mehrzahl der Apheliniden sind Primärparasiten von Homopteren (Cocciden, Aphiden, Aleyrodiden, Psylliden), vor allem von deren Nymphen, aber auch von Imagines. Andere sind typische Eiparasiten, z.B. Centrodora-Arten, die aus Orthopteren- und Zikaden-Eiern aber auch aus Gallmückenpuppen und als Hyperparasiten von Dryiniden gezogen wurden. Auch Schmetterlings- und Wanzeneier und die Puppen von Blattlausfliegen (Chamaemyidae) sind als Wirte von Apheliniden nachgewiesen. Hyperparasitismus ist keineswegs selten. Ökologisch interessant ist, daß alle bekannten Wirte klein, oval und weitgehend sedentär sind und oft in größeren Aggegrationen auftreten. |
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Die wichtigsten Gattungen sind: |
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Coccophagus |
Encarsia |
Aphytis |
Aphelinus |
Prospaltella |
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Eiablageverhalten |
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Geschlechtsbestimmung |
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Mit der heteronomemen Entwicklung der beiden Geschlechter ist häufig ein ausgeprägter morphologischer Dimorphismus der Eier und Junglarven gekoppelt. Haploide und diploide Eier sind dann von unterschiedlicher Form und sie können auch an verschiedenen Orten abgelegt werden, beispielsweise in den zentralen Teil des Schildlauskörpers im Gegensatz zum Randbereich desselben. Auch monomorphe Arten legen ihre Eier oft gezielt an oder in bestimmte Körperpartien des Wirtes ab. Die Junglarven aller Apheliniden gehören meist zum hymenopteriformen oder zum caudaten Larventyp. Bei den dimorphen Arten gehören jedoch männliche und weibliche Junglarven jeweils verschiedenen Larventypen an und bei Coccophagus gurneyi tritt sogar innerhalb der männlichen Junglarven noch ein zusätzlicher Dimorphismus auf, je nachdem, ob ihre Entwicklung ekto- oder endophag verläuft. Hier sind also drei verschiedene L1-Typen innerhalb der gleichen Parasitenart vorhanden. Bei einigen Encarsia-Arten sind sogar die Puppen deutlich geschlechtsdimorph. |
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Der eigenartige Geschlechtsdimorphismus in der Entwicklung vieler Aphelinidae stellt offenbar einen auto-regulativen Mechanismus dar, der es ihnen erlaubt, ihr Geschlechterverhältnis und damit ihre Populationsdichte weitgehend zu regulieren und zu begrenzen. Steht eine umfangreiche Wirtspopulation zur Verfügung, so kann diese durch die bevorzugte Ablage weiblicher Eier in die vielen unparasitierten Wirte rasch ausgebeutet werden. Steigt die Parasitendichte stark an, so tritt durch eine Umschaltung im Eiablageverhalten mehr und mehr Hyperparasitismus durch überwiegende Ablage männlicher Eier in die zahlreichen schon parasitierten Wirte (einschließlich Adelphoparasitismus) auf, wodurch einer Ausrottung der Wirtspopulation vorgebeugt wird. Sind weitere Parasiten, darunter auch biologische monomorphe Arten, an der Ausbeutung der Wirtspopulation beteiligt, so besitzen die dimorphen Arten in einem solchen Parasitenkomplex eine hohen Konkurrenzvorteil, da sich ihre Männchen dann hauptsächlich als Sekundärparasiten auf Kosten ihrer Konkurrenten entwickeln, wodurch diese Arten früher oder später eine dominierende Stellung im Vertilgerkomplex erreichen können. |
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Entwicklung |
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Eine Reihe von Apheliniden (z. B. viele Aphytis-Arten) sind amphitok oder thelytok parthenogenetisch. Die Imagines betreiben häufig ein "host-feeding", teilweise mit Ausbildung einer Saugröhre, nehmen aber auch den Honigtau auf. Die Eizahlen liegen in der Regel zwischen 30 - 50 Eier je Weibchen. Die Entwicklung der 3 Larvenstadien kann recht rasch verlaufen, so daß beispielsweise beim Blutlausparasiten Aphelinus mali mehr als 10 jährliche Generationen in warmen Ländern wie Israel oder Indien, bzw. 4 - 6 in Mitteleuropa, durchlaufen werden können. Neben vielen plurivoltinen Arten, die meist im prämaginalen Stadium im Wirt überwintern, gibt es auch einige univoltine Formen, die durch Einschiebung einer Diapause mit der Wirtsentwicklung synchronisiert sind. Einige Arten sollen als Imagines überwintern. |
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Bedeutung |
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Als wichtige Schildlausparasiten sind die Aphelinidae in der biologischen Bekämpfung dieser Schädlinge von besonderer Bedeutung und vor allem in den wärmeren Gebieten der Erde häufig eingesetzt worden. |
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In Europa gilt dies für die Blutlaus-Zehrwespe Aphelinus mali, die sich bei der Bekämpfung der eingeschleppten Eriosoma lanigerum bewährt hat. Allgemein praktiziert wird auch die Massenzucht und Freilassung von Encarsia formosa in Gewächshäusern zur biologischen Bekämpfung der "weißen Fliegen", d. h. der Mottenlaus Trialeurodes vaporariorum. |
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