Fam.: Ceraphronidae

[ Hymenoptera , »Parasitica« , Ceraphronoidea ]


Da die Weltfauna der Ceraphronidae weitgehend unbekannt ist, können zur Zeit keine Angaben über ihren Umfang gemacht werden. Von den Britischen Inseln sind über 25, aus Finnland über 40 Arten beschrieben, doch dürfte die Artenzahl in Europa deutlich höher liegen.

Typisch ist das Fehlen eines Pterostigmas im Vorderflügel, der schon erwähnte Geschlechtsdimorphismus in der Anzahl der Fühlerglieder, das komprimierte Abdomen sowie das Auftreten eines Waterston`schen Organs am 6. Abdominaltergit. Die wichtigsten heimischen Gattungen sind Ceraphron und Aphanogmus. Eine Reihe von Arten scheinen als Primärparasiten in den Larven von Gallmücken zu schmarotzen. So sind allein 3 Ceraphron-Arten Parasiten der in Rapskulturen häufigen Kohlschoten-Gallmücke Dasyneura brassicae. Auch räuberische Gallmücken werden von endoparasitischen Aphanogmus-Arten befallen. Ferner sind aus Drosophiliden, Phoriden, Sciariden und Syrphiden Ceraphron-Arten gezogen worden, ebenso aus Homopteren und kleinen Neuropteren. Hyperparasitismus scheint nicht selten zu sein, wobei vor allem Braconidae, Ichneumonidae, Dryinidae, Bethylidae und Primärparasien von Homopteren bevorzugt werden. Allerdings handelt es sich hier stets nur um Einzelfunde, die einer Bestätigung bedürfen.

Nur wenige Arten wurden biologisch eingehender untersucht. Aphanogmus nigroformicatus befällt die Altlarven von Aphilidoletes thompsonii, die räuberisch von Tannenläusen (Adelgidae) lebt. Es werden bis zu 10 Eier je wir abgelegt, jedoch können sic nur 1-2 Parasiten je Wirtslarve entwickeln. Das Eistadium währt einige Tage, die Fraßzeit der mindestens 3 Larvenstadien (erstes Larvenstadium birnenförmig mit Kopflappen) im Sommer mehrere Wochen. Die Verpuppung erfolgt im Kokon der Gallmücke. Männchen sind extrem selten. Der bivoltine Entwicklungszyklus der Parasitoiden ist gut mit dem seines Wirtes synchronisiert wobei die 2. Parasitengeneration im jüngeren Larvenstadium innerhalb der in der Bodenstreu eingesponnenen Wirtslarven überwintert.


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Last modified: 23.04.00