|
Fam.: Tachinidae Raupenfliegen [ Diptera ] |
|
|
© Biodidac |
|
|
Verbreitung |
|
Die Raupenfliegen der Familie Tachinidae repräsentieren die umfangreichste, höchstentwickelte und nützlichste Gruppe der parasitoiden Dipteren. Sie sind weltweit mit etwa 8.000 beschriebenen Arten verbreitet, wovon mindestens 1.550 Arten in etwa 400 Gattungen in der paläarktischen Region vertreten sind. Die europäische Fauna umfaßt derzeit um die 950 Arten, doch nimmt die Artenzahl nach Norden deutlich ab (etwa 230 Arten auf den Britischen Inseln). |
|
Merkmale |
|
|
Oberflächlich gesehen ähneln die Tachinen im Habitus oft den Schmeiß- und Stubenfliegen. Sie können aber von den verwandten Gruppen der Oestroidea und Muscoidea verläßlich und rasch durch das sogenannte "Subscutellum" (= Postscutellum) unterschieden werden. Bei diesem relativ unscheinbaren Merkmal handelt es sich um einen vorragenden, nackten Wulst, der hinten unten am beborsteten Scutellum halbmondförmig anschließt. Dieses "Hinterschildchen" ist am besten zu sehen, wenn man den Thorax der Fliege unter der Lupe schräg von hinten betrachtet. |
|
|
Die morphologisch ähnlichen Tachiniscidae sind nur aus Südamerika und Afrika (insgesamt 4 tropische Arten) bekannt. Eine Bibundia-Art wurde in Nigerien aus den Puppen zweier Pfauenspinnerarten (Saturniidae) gezogen. |
|
|
Biologie |
|
|
Als hochadaptierte Schmarotzer sind ausnahmslos alle Tachinidae primäre, solitäre, nicht selten auch gregäre Endoparasiten vor allem der Larven, aber auch der Puppen oder Imagines anderer Insekten. Nur wenige Arten greifen Chilopoden oder orthognathe Spinnen und angeblich Skorpione an. Ektoparasiten fehlen völlig und fakultative Hyperparasiten sind sehr selten. |
|
|
|
|
Da erst etwa von der Hälfte der europäischen Raupenfliegen Wirtsnachweise vorliegen, ist mit Überraschungen durchaus zu rechnen. |
|
|
Mehr zur Biologie und Ökologie der Tachinidae findet sich in folgenden Abschnitten: |
|
|
Systematik |
|
Die Tachinidae stellen eine systematisch schwierige Dipterengruppe dar. Zur Bestimmung werden vor allem die Chaetotaxie und Flügeladerung herangezogen, während die bei anderen Dipteren hochentwickelte Genitalsystematik bei den Raupenfliegen erst in jüngster Zeit mehr Berücksichtigung gefunden hat. Dementsprechend ist auch über die Unterteilung in vier Subfamilien und über 30 Triben bisher noch keine völlige Einigung erzielt worden. |
|
Biologisch gut charakterisiert sind nur die Phasiinae, die zwar einen recht unterschiedlichen äußeren Habitus haben, in ihrer Wirtswahl jedoch weitgehend auf Wanzen beschränkt sind. |
|
Auch die Dexiinae sind in ihrer Lebensweise relativ einheitlich. Sie bevorzugen Käferlarven, vor allem Engerlinge, Coleopteren-Imagines sowie teilweise Schmetterlingsraupen und Blattwespen. |
|
Sehr umfangreich und vielgestaltig sind die Tachininae, die neben Lepidopteren-Larven und Blattwespen-Afterraupen auch viele Vertreter anderer Insektenordnungen befallen. |
|
Auch die ebenfalls artenreichen Exoristinae (Goniinae) haben einen relativ breiten Wirtskreis, der neben Lepidopteren und Symphyten einige Coleopteren und Orthopteren umfaßt. Im allgemeinen sind zahlreiche Triben biologisch einheitlicher charakterisiert als die großen Unterfamilien. |
|
Behandelte Familien |
|
Im nachfolgenden sollen die 4 Unterfamilien detaillierter besprochen werden, unter Beschränkung auf die europäischen Vertreter. Rein exotische Triben oder Arten werden nur angeführt, wenn sie biologisch bzw. in ihrem Wirtsspektrum abweichen: |
|
Last
modified: |