Raupenfliegen-Imagines sind überwiegend tagaktiv, nur wenige Arten fliegen in der Dämmerung oder nachts. Ihre Aktivität ist stark witterungsabhängig; sie meiden kühles, nasses Wetter ebenso, wie die Hitze der Mittagsstunden. Alle Arten nehmen flüssige Nahrung zu sich, bevorzugt Honigtau und Blütennektar. Kurzrüsselige Arten findet man selten auf Blüten, sie übrigen bevorzugen leicht zugängliche Nektarquellen, vor allem Umbelliferen-Dolden. Relativ wenige Arten sind durch ihren längeren Rüssel befähigt, auch tiefere Blütenquellen, z.B. von Compositen und Labiaten, zu besuchen. Pollen scheint dabei nicht aufgenommen zu werden.
Die Kopula dauert ½ -2 Stunden, wobei die Weibchen von den meisten schon einige Tage vorher schlüpfenden Männchen (Protandrie) oft im Fluge überfallen und nur einmal begattet werden. Die Dauer der Zeitspanne zwischen Kopula und Eiablage ist bei den einzelnen Gruppen recht verschieden und auch temperaturabhängig. Bei oviparen Arten dauert diese Präovipositionsperiode meist bis zu einer Woche, während sie bei den ovilaviparen Arten, deren Embryonalentwicklung zur Gänze im Uterus erfolgt, etwa 10-14 Tagen, gelegentlich bis zu 3 Wochen, betragen kann.
Die Lebensdauer der Fliegen liegt im Labor im Bereich von 4-8 Wochen, wobei die Weibchen meist länger leben als die Männchen. Raupenfliegen sind gute Flieger, oft hyperaktiv in ihrem Benehmen, so daß sie durch ihr hastiges Herumlaufen auf Blättern und Blüten manchmal leicht von den »behäbigen«, ähnlich aussehenden Verwandten (Schmeißfliegen, Musciden etc.) unterschieden werde können.
Manche Tachiniden-Arten zeigen im männlichen Geschlecht eine ausgeprägte Vorliebe für Berggipfel, ein angeborenes Verhalten, wie es vor allem von Dasselfliegen (Oestridae) bekannt ist. Die Männchen sammeln sich an engbegrenzten Stellen von Hügelkuppen, Bergspitzen etc., wo sie ganz bestimmte, Jahr für Jahr konstante Warteplätze auf Baumwipfeln oder Stämmen besetzen, von denen aus sie im prallen Sonnenschein kurze Schwärmflüge unternehmen, um sich mit auffliegenden Weibchen zu begatten. Die Fortpflanzungsbiologie der Tachinidae weist ein erstaunliche Vielfalt auf. Zunächst einmal lassen sich zwei Hauptgruppen unterscheiden, je nachdem, ob die Eiablage direkt auf den Wirt oder außerhalb des Wirtes erfolgt. In diesen beiden Hauptgruppen gibt es nun wieder mehrere biologische Untertypen, die im folgenden kurz beschrieben werden sollen:
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Last modified: August 02, 1997 |