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Fam. Sarcophagidae |
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Fleischfliegen |
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( Diptera ) |
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Im Gegensatz zu den Calliphoridae sind die Sarcophagidae selten metallisch gefärbt, sondern weisen, speziell am Abdomen, häufig ein schachbrettartiges Fleckenmuster auf, welches bei entsprechendem Lichteinfall schwarz bzw. silbriggrau glänzt. Daneben gibt es auch dunkel oder hell gestreifte oder gebänderte Formen. Am Abdomen ist das Hinterteil oft rötlich gefärbt. Die Fühlerborste ist (im Gegensatz zu vielen Calliphoriden) meist nur in der Basalhälfte gefiedert. |
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Verbreitung |
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Die Fleischfliegen sind weltweit mit etwa 2500 Arten in 2 bis 4 Unterfamilien verbreitet, besonders häufig aber in den wärmeren Zonen. Die Sarcophaginae dominieren in der Neotropis, während in der Palaearktis nur etwa 300 Arten vertreten sind. Umgekehrt überwiegen die Miltogramminae (incl. Paramaconychiinae) in der Alten Welt. Von den Britischen Inseln sind an die 60 Sarcophagiden, aus Skandinavien fast 90 Arten bekannt, doch nimmt die Artenzahl in Mittel- und Südeuropa deutlich zu. |
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Biologie |
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Biologisch sind die Fleischfliegen, im Gegensatz zu den Calliphoridae, stets lebendgebärend, vipipar oder ovolarvipar, ihre Biologie ist ungemein vielgestaltig. Relativ einheitlich sind die Miltogramminen, deren Larven sich überwiegend als Inquilinen bzw. Kleptoparasiten in den Brutzellen von aculeaten Hymenopteren (Grab- und Spinnenwespen, Faltenwespen, Bienen und Hummeln) entwickeln. Die oft auffallend silbrig glänzenden und mit ungewöhnlich großen Augen ausgestatteten Imagines finden sich vorzugsweise in trockenen, sandigen, stark besonnten Biotopen, besonders artenreich in Steppengebieten und im Mittelmeerraum. Die Weibchen sind selbst in der Mittagshitze aktiv und lauern ihren Wirten am Nest auf, wenn sie mit paralysierter Beute ankommen. Als sogenannte "Trabantenfliegen" folgen sie ihnen beharrlich, um ihre Eier an den Beutetieren abzulegen. Andere Arten folgen den Wirten bis in das Nest, um erst dort ihre Eier auf dem Nahrungsvorrat zu deponieren. Hierzu gehören vor allem Vertreter der Gattungen Miltogramma, Senotaina, (bei Spheciden und Bienen) und Metopia (bei Spheciden, Pompiliden und Apiden) sowie Macronycha bei Grabwespen. Die Oebalia-Arten befallen stengelbewohnende Aculeaten, vorzugsweise Spheciden, und legen ihre voll entwickelten Eier direkt an die Grabwespenweibchen ab, wenn diese in das Nest einschlüpfen. Phrosinella spp. Graben sich mit ihren Vordertarsen zu den bereits verschlossenen Sphecidennestern durch, um an die Brut zu gelangen. Da viele Arten am Beginn ihrer Larvalentwicklung zunächst das Ei des Wirtes abtöten und verzehren und erst dann sich, meist endoparasitisch, von der gelähmten Beute ernähren, müssen solche Arten als Eiräuber und nachfolgend als Brutparasiten bezeichnet werden. Demgegenüber sind die bei Bienen lebenden Arten aggressive Inquilinen, da sie sich auf Kosten der Pollenvorräte des Wirtes entwickeln und diesen direkt oder indirekt ausschalten. Einige Miltogrammini scheinen aber echte Parasitoide oder Parasiten zu sein. So wurde Hilarella hilarella neben Grabwespen auch aus einer Grillenschrecke (RaphidophoridaeI und eine Macronycha-Art aus adulten Tabaniden gezogen, während Eumacronycha spp. In Schildkröten- und Eidechsen-Eiern angetroffen wurden. Noditermitomyia arabops ist in Afrika ein Endoparasitoid im Thorax und Abdomen von Termiten der Gattung Noditermis und Senotainia tricuspis lebt in den Arbeiterinnen von Honigbienen und Hummeln, befällt angeblich lebende Bienen, soll aber erst nach deren natürlichen die Larvalentwicklung abschließen. |
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UFam. Miltogrammine |
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Die zu den Miltogramminae gestellten oder als eigene Subfamilie geführten Paramacronychiini sind bei uns u. a. durch Brachicoma devia vertreten, deren Larven sich häufig in Hummel- und Wespennestern finden. Sie befallen und töten die Präpuppen ihrer Wirte, indem sie sich gregär, ektoparasitisch in deren Kokons entwickeln und sich entweder im Nestmaterial (Sommerpuppen) oder im nahen Erdreich (Winterpuppen) verpuppen. Hierher gehören auch die Agria-Arten, welche offenbar bei Lepidopteren schmarotzen. Bekannt ist vor allem Agria mamillata, deren Puparien regelmäßig in den Nestern von Gespinstmotten (Hyponomeuta spp.) gefunden werden. Die Junglarven verzehren die Präpuppen und bohren sich von Kokon zu Kokon durch, um 3-4 Wirtspuppen je Parasitoiden-Individuum auszusaugen, so daß ein mehr räuberisches Verhalten vorliegt. Nytia halterata wurde aus Schnecken gezogen. Die im Mediterrangebiet und in tropischen Regionen beheimateten Wohlfarthia-Arten sind teilweise typische Myasis-Fliegen, welche neben jungen Haustieren auch Kleinkinder befallen und Hautfurunkeln verursachen können, aber auch bei Heuschrecken vorkommen. |
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UFam. Sarcophaginae |
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Besonders vielgestaltig ist die Biologie der Sarcophaginae. Neben ursprünglichen saprophagen oder nekrophaegen Arten, die häufig Aas von Kleintieren bevorzugen, finden sich in verschiedenen Triben zahlreiche Arten, die zu einer mehr oder minder räuberisch-parasitoiden Lebensweise übergegangen sind. Allerdings ist in vielen Fällen nicht sicher bekannt, ob es sich um echte Schmarotzer handelt oder so hauptsächlich tote oder moribunde Wirte angenommen werden. Typische Sarcophaga-Arten sind aber zweifellos Parasitoide, überwiegend von Lumbriciden. Dies gilt z.B. für die gemeine Sarcophaga carnia, für S. lasiostyla und S. variegata. Die Weibchen legen ihre Larven nahe der Mündung der Regenwurmröhren ab und diese suchen dann aktiv nach Wirten, wobei sie bis zu 30 Stunden hungern können. Es werden auch häufig tote Würmer angenommen. Das Einbohren der Larven erfolgt bevorzugt am Clitellum und in der Regel entwickeln sich mehrere Larven je Wirt. S. carnaria ist in nassen »Wurmjahren« viel häufiger als in trockenen Sommern. Zumindest fakultative Schmarotzer sind auch mehrere Arten der Gattung Parasarcophaga. Die alle möglichen Insekten befallen können, doch werden wohl auch tote Wirte sowie Aas und dergleichen belegt. Parasarcophaga misera wurde in Frankreich aus einer Laubheuschrecke gezogen. Arachnidomyia lebt von Spinnen-Eiern, aber eine nordamerikanische Art (A. aldrichi) ist ein wichtiger Puppenparasit von Malacosoma distria, einem Verwandten unseres Ringelspinners. Eine Reihe von Sarcophagiden (Helicophagella, Heteronychia usw.) wurden aus Schnecken gezogen. |
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Generell gilt auch für die Sarcophagiden, daß ihre Lebensweise sicher noch Überraschungen zu bieten hat, befindet sich doch die Gruppe offenbar in voller Evolution von der Panto-, Nekro- und Saprophagie zu räuberschparasitischen Lebensformtypen, wobei besonders das Studium tropischer Arten nähere Aufklärung bringen könnte. |
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