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Fam.: Rhinophoridae |
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( Diptera ) |
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Biologie |
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Hier handelt es sich um eine relativ kleine, den Tachiniden nahestehende Familie höherer Dipteren mit spezialisierter Lebensweise (fast ausschließlich Parasiten von Isopoden). Der Schwerpunkt ihrer Verbreitung liegt offenbar im Mediterrangebiet und in Afrika, während in der Nearktis und Orientalis nur wenige Arten zu finden sind. Aus Europa sind etwa 40 Arten bekannt, davon kommen um die 20 in Mitteleuropa vor, während die übrigen auf südlichere Breiten beschränkt sind. |
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Merkmale |
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Morphologisch sind die Rhinophoridae schwer anzusprechen. Im Habitus ähneln sie am meisten den Sarcophagiden. Das für die Tachinen typische Postscutellum ist bei den Rhinophoriden weitgehend reduziert, teilweise membranös und nicht konvex gewölbt. Die Thorakalschüppchen sind (im Vergleich zu den Schmeiß- und Fleischfliegen) fast immer klein und vom Schildchen abgespreizt und die Propleuren sind stets behaart. |
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Vorkommen |
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Die Imagines finden sich in Wäldern und an anderen Örtlichkeiten, wo landbewohnende Asseln als Wirte anzutreffen sind. Mehrere Arten sind bis in die höheren Lagen der Alpen verbreitet, während eine Art (Macrotarsina longimana) nur an den Felsküsten der Adria gefunden wurde. |
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Wirte |
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Soweit Wirtsangaben vorliegen (für nur ein Fünftel der europäischen Arten), schmarotzen die Rhinophoridae in terrestrischen Isopoden, doch ist über die Biologie selbst häufiger Arten bisher nichts bekannt, so daß Überraschungen durchaus zu erwarten sind. Die einzelnen Arten scheinen nicht sehr spezifisch zu sein; beispielsweise wurde Phyto melanocephala aus 8 verschiedenen Asseln aus den Gattungen Oniscus, Porcellio und Armadillidium gezogen. Ferner sind noch Philoscia, Metoponorthus, Trachelipus und Protracheoniscus als Wirte von Rhinophoriden bekannt. Ein und dieselbe Asselart kann mehreren Rhinophoridenarten als Wirt dienen. So wurden aus Porcellio scaber insgesamt 5 Schmarotzerarten gezüchtet. Möglicherweise kommen auch im Supralittoral lebende Isopoden oder vielleicht sogar verwandte Crustaceen (Amphipoden?) als Wirte in Frage. |
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Biologie |
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Die etwa 0.5 - 0,9 mm langen, perlweißen
Eier werden in die Nähe von Asselkolonien, jedoch noch im
unreifen Zustand abgelegt, ein Verhalten das an ursprüngliche
Calliphoridae
erinnert. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und
begeben sich sogleich auf die Wirtssuche. Es kommen 2 Typen von
Junglarven vor, die sich vor allem im Schlundgerüst sowie im
Grad der Sklerotisierung und Beschuppung unterscheiden (schwach
sklerotisiert bei Phyto, Melanophora; stark bei
Rhinophora, Sterenia etc.). Meist handelt es sich
um "Kriechwinker"-Larven, die 1 - 2 Wochen außerhalb
des Wirtes lebensfähig sind. Sie bohren sich in eine Assel
ein, wobei, ähnlich wie bei vielen Tachiniden,
vom Wirt ein dünnhäutiger Trichter gebildet wird. Die
Fliegenlarve läßt ihre Hinterstigmen in dieser
primären Atemöffnung, um ihre Sauerstoffversorgung
sicherzustellen. In der Regel überwintert der Parasit im 2.
Larvalstadium (seltener als L1) im Wirt. Die Parasitierung ist
äußerlich nicht erkennbar, doch bewirkt der
Nährstoffentzug eine Degeneration der Wirtsovarien, so daß
infolge dieser parasitären Kastration die Ausbildung der
charakteristischen Bruttasche bei den weiblichen Asseln
unterbleibt. Im Frühjahr wird die Larvalentwicklung im 3.
Larvenstadium beendet und der Wirt abgetötet. Das Puparium
verbleibt in der leeren Hülle des Asselkörpers, wobei
das Kopfende des Parasiten nach vorne gerichtet ist. In
Mitteleuropa tritt vermutlich nur eine Generation pro Jahr auf,
während im Süden plurivoltine Entwicklung vorliegen
dürfte. Die Parasitierungswerte sind meist nicht sehr hoch.
Bei Porcellio scaber wurde im Mittel von 18 verschiedenen
Fundorten in England und Frankreich eine durchschnittliche
Parasitierungsrate von knapp 10 % festgestellt; lokal konnten
höhere Werte (25 - 30 %) ermittelt werden. |
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