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Fam.: Nemestrinidae |
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[ Diptera ] |
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Merkmale & Verbreitung |
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Die Nemestrinidae sind mittelgroße bis relativ große, robuste, weitgehend unbeborstete aber fein behaarte bis pelzige Fliegen, die zum Teil Bombyliiden oder Bienen ähnlich sehen. Sie sind auch am typischen Flügelgeäder (Netzgeäder nahe der Flügelspitze) sowie am meist langen Rüssel leicht zu erkennen. Vier Larvenstadien, oft mit Hypermetamorphose (L1 als Planidium, L2 - L4 typische Dipterenlarven) kennzeichnen die Präimaginal-Entwicklung. Die Nemestrinidae kommen in allen Erdteilen vor, überwiegend jedoch in den Trokkengebieten der Südhemisphäre. Weltweit sind über 250 Arten, davon um die 80 aus der Paläarktis, beschrieben worden. Bei uns treten in den wärmsten und trockensten Teilen Mitteleuropas und vor allem im Mediterrangebiet etwa 15 Arten auf. Aus der Nearktis sind nur 6 Arten bekannt. |
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Biologie |
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Biologisch gesehen ähneln die Nemestrinidae
gewissen Bombyliiden
und besonders Acroceriden,
denen sie auch morphologisch nahe stehen. Sie schmarotzen als
Endoparasiten entweder in Engerlingen oder
in Heuschrecken. Viele Imagines sind gute Flieger, die
nach Art der Wollschweber mit ihrem langen Rüssel
Blütennektar saugen; andere Arten haben jedoch reduzierte
Mundwerkzeuge und nehmen keine Nahrung auf. Die zahlreichen Eier
(4.000 - 5.000 je Weibchen) werden meist entfernt vom Wirt
abgelegt. Hirmoneura obscura, unsere einzige
mitteleuropäische Art und ein Parasit der Larven des
Junikäfers, legt ihre Eier am Rande von Fichtenwäldern
ab, wenn in deren näheren Umgebung eine geeignete
Wirtspopulation vorhanden ist. Die Eiablage erfolgt nur an totem
Holz, bevorzugt in die alten, freiliegenden Gänge von
Bockkäfern,
aber auch an Zaunpfählen etc. Die Eier schlüpfen nach
etwa 2 Wochen und die Junglarven werden dann vom Wind in die
umliegenden Wiesen verweht, wo sich die Planidien geeignete
Larven von Amphimallon suchen müssen. Die
Larvalentwicklung von H. obscura dürfte, analog zum
Wirt, zwei Jahre in Anspruch nehmen; bei anderen Arten scheint
univoltine Entwicklung die Regel zu sein. Die Junglarven der
Netzfliegen dringen in ihre Wirte an verschiedenen Stellen ein.
Dieses Einbohrverhalten ist offenbar artspezifisch. Meist werden
Intersegmentalhäute oder Stigmen zum Eindringen bevorzugt.
Nach Festsetzung im Haemocoel bilden manche Larven einen
Atemtrichter und häuten sich zum 2. Larvenstadium. Die
Larven sind mit ihrem Kopf immer gegen das Vorderende ihres
Wirtes orientiert. Zunächst wird hauptsächlich der
Fettkörper, später auch das Ovar gefressen und der Wirt
abgetötet. Die erwachsene Parasitenlarve (L4) verläßt
den toten Wirt meist durch die Intersegmentalhäute der
Hintercoxen und begibt sich in den Boden zur Überwinterung,
um sich im nächsten Frühjahr zu
verpuppen. |
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