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Bei den Anthomyidae (weltweit etwa 1200 Arten) ist der
parasitoide Lebensformentyp nur in einigen Gattungen
anzutreffen. In Europa gilt dies
für die 3 nahe verwandten Gattungen
Acyglossa, Tettigoniomyia und Acridomyia,
deren insgesamt 6 Vertreter wohl alle
endoparasitisch bei Heuschrecken schmarotzen.
Sicher nachgewiesen ist dies für Acyglossa
pollinosa, einer mediterranen Art, deren Larven in der
Provence in einer Barbitistes-Art (Säbelschrecke)
gefunden wurden. Die Eier werden mittels eines Legebohrers in
den Körper jüngerer Wirtsstadien (meist L2) abgelegt,
je nach Wirtsgröße 2 - 20 Eier pro Wirt. Die
Parasitenlarven schlüpfen nach 2 - 6 Wochen und es tritt
offenbar nur eine Generation pro Jahr auf, deren Puppen im
Boden überwintern.
Von den beiden europäischen Tettigonomyia-Arten
sind noch keine Wirte bekannt, aber eine ostmediterrane Art (T.
kugleri) wurde in Israel aus dem grünen Heupferd
gezogen. Acridomyia sacharovi ist in Südfrankreich
und Südrußland ein häufiger Parasit der
solitären und gregären Phasen der Wanderheuschrecke
Locusta migratoria. Das Weibchen reißt mit seinen
starken Rüsselzähnen eine Wunde in die
Intersegmentalmembran des Abdomens der Heuschrecke und führt
dann seinen Legebohrer ein, um, je nach Wirtsgröße,
ein Dutzend bis über 100 Eier je Wirt abzulegen. Die
Entwicklung im Wirt nimmt etwa 2 Wochen in Anspruch, die
Puppenruhe im Boden 3 - 4 Wochen. Es treten 2 Generationen im
Jahr auf. Befallene Wirtsweibchen stellen die Eiablage ein,
doch tritt keine Atrophie der Ovarien ein.
Eine nordamerikanische Art, A. canadensis scheint
weniger spezialisiert zu sein, wurde sie doch in insgesamt 12
Heuschreckenwirten, bevorzugt in Melanoplus-Arten,
nachgewiesen.
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