Sonstige parasitoide Coleopteren

[ Coleoptera ]


Colydiidae, Passandridae, Rhipiceridae & Leptinidae

Biologisch wenig bekannt sind die teilweise mit Holzinsekten vergesellschafteten Colydiidae und Passandridae. In beiden Familien treten einige Arten auf, die sich offenbar als Parasiten von Bockkäferlarven entwickeln.
  • So wurde eine nordamerikanische Colydiiden-Art aus den Puppenzellen einer in Kiefer lebenden Cerambyciden-Art gezogen. Die Form der Altlarven (mit reduzierten Beinen) ließ auf eine parasitoide Lebensweise schließen. ähnliches gilt bei uns für Bothrideres, der sich offenbar ebenfalls ektoparasitsch von Bock- und Prachtkäferlarven ernährt und dessn Larven im Laufe der Häutungen eine sackförmige Gestalt mit rückgebildeten Gliedmaßen annehmen.
  • Eine andere Colydiiden-Art wurde in China als ein Ektoparasit der Altlarven von Xylocopa angetroffen. Da die Holzbienen bereits von Milben befallen waren, blieb unklar, ob sich die Käferlarve parasitisch oder nekrophag entwickelt hatte.
Auch einige Arten der überwiegend tropisch verbreiteten Passandridae wurde als Ektoparasiten von Cerambyciden-Puppen gezogen, sollen aber auch die an den Bockkäferlarven schmarotzenden Brackwespen befallen.

Eine Art der Gattung Sandalum aus der Familie Rhipiceridae wurde in Nordamerika in Gesellschaft einer Singzikaden-Puppe angetroffen. Morphologische Rückbildungen an der Käferlarve deuten auch hier auf eine parasitoide Entwicklung hin.

Eine solche wird auch für die Vertreter der Familie Leptinidae angenommen, deren Arten mit Kleinsäugern vergesellschaftet sind, aber auch in Hummel und Ameisennestern in alten Mäusegängen gefunden werden. Die eigentlichen Wirte sind aber nicht bekannt.

Anthribidae

Ein mehr oder minder parasitoides Verhalten zeigen auch die Vertreter der Gattung Brachytarsus, aus der Familie der Anthribidae (Breitfüßler) die 3 Arten in Mitteleuropa vertreten ist. B. fasciatus wurde in Italien als Vertilger der Napfschildlaus Eulecanium coryli auf Laubbäumen beobachtet, während unser grauer Schildlausrüßler B. nebulosus vor allem bei der Fichtenquirl-Schildlaus angetroffen wurde, aber auch bei zahlreichen anderen Lecanien-Schildläusen auftritt. Das Käferweibchen durchbricht den Schild der Laus, saugt zunächst an dieser und legt dann das Ei in die Eikammer des Wirtes ab. Die Junglarven fressen ausschließlich an den Eiern der Laus, aber später, nach dem Absterben des moribunden Schildlausweibchens, wird auch dieses leergesaugt. Da sich in der Regel nur eine Käferlarve je Eikammer entwickelt und die rüsselkäferartige Larve extrem reduzierte Beine aufweist, kann man hier bereits von Eiparasitismus sprechen. Pro Jahr kommt nur eine Generation zur Entwicklung, mit Eiablage und Larvalentwicklung im Frühjahr-Sommer und Überwinterung der Käfer im Imaginalstadium. Auch diese phaenologische Synchronisation spricht für die enge Bindung dieser Anthribidae an ihre Schildlauswirte.


Parasitoide-Online

Last modified: 04.03.02