Ord.: Coleoptera - Käfer

© Jürgen Trautner



Obwohl es eine große Zahl von karnivoren räuberisch lebenden Käfern gibt, ist es nur relativ wenigen Vertretern dieser extrem artenreichen Ordnung gelungen, sich auf eine parasitoide Lebensweise umzustellen. Möglicherweise waren die geringere Beweglichkeit und das eingeschränkte Flugvermögen dieser Insekten sowie das Fehlen eines echten Legebohrers der Ausbildung dieses Lebensformentyps hinderlich. Dennoch sind in einer Reihe von nicht näher verwandten Familien mehr oder minder typische Parasitoide anzutreffen. In der Regel handelt es sich dabei um ektoparasitisch lebende Formen, während Endoparasitismus sehr selten auftritt und im wesentlichen auf die Familie Ripiphoridae beschränkt erscheint.

Übergangsformen zwischen Prädatoren und Ektoparasiten kommen vor allem bei jenen Coleopteren vor, die sich von Landschnecken ernähren. Beispielsweise sind die Larven der Leuchtkäfer (Lampyridae) typische Räuber, die zahlreiche Schnecken nacheinander überwältigen. Demgegenüber fressen die Larven der Drilidae relativ langsam und eine Larve benötigt für ihre Entwicklung höchstens einige wenige Schneckenindividuen, so daß man hier schon von einer teilweisen ektoparasitischen Phase sprechen könnte.


Parasitoide treten nur in 8 Käferfamilien auf. Allerdings nur bei den Staphylinidae, Meloidae und Rhipiphoridae treten parasitoide Lebensformen häufiger oder regelmäßig auf.

Carabidae

Cleridae

Colydiidae

Meloidae

Passandridae

Rhipiphorida

Rhipiceridaee

Staphylinidae

Als Raubparasiten in den Eisäcken von Schildläusen fungieren noch einzelne Coccinelliden und Anthribiden, die zu ihrer Ernährung jeweils nur ein Eigelege benötigen und deshalb als Eiparasiten betrachtet werden dürfen.

Biologisch weisen diese parasitoiden Formen eine Reihe von gemeinsamen Besonderheiten auf. In nahezu allen Fällen werden die Eier nur in die Nähe oder sogar weit entfernt von den Wirten abgelegt. Es bleibt also den Junglarven überlassen, geeignete Wirte zu finden. Dies geschieht entweder aktiv (z. B. bei den parasitoiden Staphylinidae) oder weitgehend passiv durch Benutzung eines Transportwirtes, also auf dem Wege der Phoresie, (z. B. bei den meisten Meloidae und Rhipiphoridae). Im Zusammenhang mit diesem Typ der Wirtsfindung tritt regelmäßig eine Hypermetamorphose auf: Die beweglichen, langlebigen Junglarven vom Planidium- oder Triungulinus-Typ sind für die Wirtssuche prädestiniert, während die älteren Larvenstadien durch eine Rückbildung der Extremitäten degeneriert und wenig beweglich erscheinen und somit für eine sedentäre parasitische Lebensphase geprägt sind.


Parasitoide-Online

Last modified: 04.03.02