|
Fam.: Staphylinidae Kurzflügelkäfer [ Coleoptera ] |
|
|
Verbreitung & Merkmale |
|
In der großen Familie der
Kurzflügelkäfer (Staphylinidae) finden sich nur
in der Unterfamilie Aleocharinae Arten mit parasitoider
Lebensweise, welche durchwegs als Ektoparasiten von
Dipteren-Puppen in den Puparien cyclorrhapher Fliegen fungieren.
Sie gehören alle zum Tribus der Aleocharini, deren
Vertreter durch 4-gliedrige Labialtaster und 5-gliedrige
Maxillarpalpen gekennzeichnet sind. Typisch ist auch der kleine,
geneigte Kopf. |
|
Wirtskreis |
|
Als Wirte wurden bisher Dipteren aus folgenden Familien nachgewiesen:
Es werden jedoch nur solche Puparien befallen, in denen sich der Wirt bereits zum Puppenstadium entwickelt hat. Frisch gebildete Tönnchen werden verschmäht, ebenso wie solche, die bereits ältere, schlüpfreife Puppen beinhalten. Die Wirtsspezifität ist unterschiedlich ausgeprägt. Manche Arten sind breit oligophag, einige anscheinend weitgehend monophag. |
|
Biologie |
|
|
Die räuberisch, hauptsächlich von Fliegenmaden lebenden Imagines suchen nach geeigneten Habitaten und legen frühestens 3 - 4 Tage nach der Kopula ihre Eier ab. Ein Weibchen kann im Laufe von 1 - 3 Monaten etwa 100 - 200 Eier ablegen, die je nach Temperatur nach etwa 1 - 2 Wochen schlüpfen. Die stark sklerotisierten, aber sehr beweglichen Junglarven gehören dem campodeidformen Larventyp an. |
|
|
Sie suchen aktiv nach geeigneten Wirtspuparien, in die sie je nach Art entweder ventral am Hinterende oder dorsal im mittleren Bereich des Tönnchens eindringen. Einige Arten zeigen keine ausgeprägte Eindringpräferenz. Nach dem Einbohren verschließt die L1 die Eingangsöffnung durch eine aus dem After ausgeschiedene Flüssigkeit. Hierauf folgt die eigentliche ektoparasitische Phase, bei der es im 2. Larvenstadium zu einer tiefgreifenden Umbildung zu einer eruciformen Larve mit weitgehend reduzierten Körperanhängen und Borsten und somit zu einer Hypermetamorphose kommt. Diese aufgeschwollenen, wenig beweglichen Larven sitzen meist dorsal auf der Wirtspuppe, gegen deren Kopf hin orientiert. Das dritte (letzte) Larvenstadium kann je nach Art entweder wieder beweglicher, campodeid sein oder es bleibt ähnlich rückgebildet, eruciform wie die L2. Im ersten Falle (z.B. A. curtula etc.) verläßt die ausgewachsene Parasitenlarve den Wirt durch ein selbst genagtes Loch und verpuppt sich in einem Kokon im Boden. Im letzteren Falle (z.B. A. algarum) verbleibt die L3 im Wirtstönnchen, um sich dort innerhalb einer selbst gesponnenen Hülle zu verpuppen. Die Dauer der Larvalentwicklung liegt im Freiland zwischen 2 - 4 Wochen; die Gesamtentwicklungszeit einer Generation bei 5 - 10 Wochen, so daß in unserem Klima zumindest einige Arten plurivoltin (2 - 3 Generationen) sind. Die Überwinterung erfolgt meist als L1 in den Wirtspuparien; daneben wurden aber auch Puppen und selbst Imagines von Aleochara im Winter angetroffen. |
|
|
In der Regel liegt Solitärparasitismus vor; nur bei A. algarum, einem Parasiten der Tangfliegen (Fucellia, Coelopa), wurde gelegentlich leicht gregäre Entwicklung beobachtet. Superparasitierung wird meist dadurch verhindert, daß die erste eingedrungene Junglarve weitere Konkurrenten aktiv am Eindringen hindert, indem sie ihr eigenes Einbohrloch verteidigt oder eindringende Artgenossen totbeißt. Die wirtschaftliche Bedeutung von Aleochara-Arten als Parasiten pflanzenschädlicher oder hygienisch bedeutsamer Dipteren-Arten ist nicht gering. So werden Kohlfliegen, Zwiebelfliegen und Rübenfliegen oft stark von A. bilineata und A. bipustulata dezimiert. Andere Arten befallen Stubenfliegen, Schmeiß- und Fleischfliegen und wurden im Verein mit den beiden eben genannten Arten auch in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. |
|
|
Last modified: |