Elterliche Fürsorge

[ siehe auch: Stufen des sozialen Verhaltens ]


Die Paarung ist nur ein Teil der Zeit und Energie, die von Männchen und Weibchen für die Weitergabe der Gene investiert werden muß. Bei der Elterlichen Fürsorge handelt es sich um eine Strategie, die die Wahrscheinlichkeit des Überlebens der Nachkommen steigert. Sie steht im Gegensatz zur Produktion vieler Nachkommen, die ihrem 'eigenen Schicksal' überlassen werden. Definitionsgemäß handelt es sich dabei nicht um soziale, sondern um praesoziale Verhaltensweisen und eusoziale Verhaltensweisen.


Man kann verschiedene Formen der Elterlichen Fürsorge unterscheiden:

Brutfürsorge

Es handelt sich um Verhaltensweisen, die die weitere Entwicklung der Nachkommen sichern, aber mit der Eiablage abgeschlossen sind.
    • Schutz der Eier durch Drüsensekrete.

    • Eiablage beim Nährsubstrat der Larven.

    • Vorbereiten oder Sammeln von Larvennahrung.

Brutpflege

Sicherung der Nachkommenschaft durch Verhaltensweisen nach der Eiablage.
    • Bewachen der Eigelege und/oder der Larven.

    • Fütterung der Larven.

Im Allgemeinen ist es das Weibchen, welches am meisten in die elterlichen Fürsorge investiert. Oft übernimmt jedoch auch das Männchen diese Aufgaben, oder beteiligt sich daran:

  • Oft rollen Dungkäfer-Männchen und Weibchen (Scarabaeidae) gemeinsam Bälle aus Dung, transportieren sie zu einer geeigneten Stelle und vergraben sie dort. Die Dungkugeln dienen den Larven als Nahrung.

  • Auch bei den Aaskäfern (Silphidae) sorgen beide Geschlechter gemeinsam für die Larven-Nahrung. Sie vergraben tote Tiere und erzeugen einen Ball aus sich zersetzendem Fleisch, auf die dann die Eier gelegt werden. Die Larven werden dann mit vorverdautem Fleisch durch das Weibchen aufgezogen.

Innerhalb der Insekten finden sich die höchsten Formen der Brutfürsorge bei den Bienen, Wespen, Ameisen und Termiten. Hier pflegen verschiedene Weibchen gemeinsam die Nachkommen.


Bestimmungsübungen an Insekten
Last modified: 17.11.01