Ord. Thysanoptera

Fransenflügler, Thrips, Blasenfüße

© Entomology at Illinois


Die deutschen Namen dieser Ordnung beziehen sich auf die langen Haarfransen an den Flügelrändern und die ausstülpbaren Haftblasen an den Tarsen.


Verbreitung

Von den weltweit ca. 5000 Arten kommen etwa 300 Arten in Mitteleuropa vor.


Merkmale

Imagines

Es handelt sich um kleine bis sehr kleine Tiere, die kaum 0.5-12 mm Körperlänge überschreiten (meist um 5 mm). Sie sind schlank und oft abgeplattet. Die Mundwerkzeuge sind stechend-saugend. Sie bestehen aus 3 Stechborsten, die Maxillen bilden dabei das Saugrohr, die rechte Mandibel ist stark rückgebildet.

Die Beine sind mit 1-2 Tarsalgliedern ausgestattet, an dem letzten Glied kann durch Blutdruck eine Haftblase ausgestülpt werden. Die Tiere besitzen meist 2 Flügelpaare. Diese sind sehr schmal und an ihren Rändern inserieren lange Haarfransen.

Larven

Trips

Die Larven besitzen noch 2 Klauen.


Biologie

Ernährung

Scolothrips

Die meisten Thysanopteren sind Pflanzensaftsauger. Mit ihrer linken Mandibel stechen sie einzelne Zellen an, um dann mit den Maxillen den Pflanzensaft aufzusaugen. Diese Zellen füllen sich dann mit Luft und nehmen einen charakteristischen Silberglanz an. Eine Reihe von Arten leben jedoch von Pilzen oder sind Räuber.

Flug

Die aktive Flugleistung ist eher gering, allerdings spielt, wie auch bei anderen Insekten, die passive Verfrachtung durch Wind (Windplankton) eine große Rolle.

Vermehrung

Nur bei etwa 30% der europäischen Arten sind überhaupt Männchen bekannt. Bei vielen Arten dürfte die Vermehrung also parthenogenetisch erfolgen. Bei einigen Arten konnten auch Rassen festgestellt werden, die sich parthenogenetisch bzw. sexuell fortpflanzen. Je nach Art werden eine oder mehrere Generationen im Jahr durchlaufen.

Elaphotrips tuberculatus ist fakultativ vivipar: Einige Weibchen legen Eier, aus denen sich wiederum Weibchen entwickeln, andere Weibchen sind vivipar und produzieren Männchen. Es gibt weiterhin Weibchen, die sowohl Eier als auch lebende Junge zur Welt bringen.


Bedeutung

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Eine ganze Reihe von Arten kann durch ihr massenhaftes Auftreten Schäden an Kulturpflanzen verursachen: Junge Pflanzenorgane können in ihrem Wachstum gehemmt werden und verkrüppeln; stark befallene Blüten bleiben steril. Thrips tabaci un Frankliniella sp. gelten auch als Überträger von Pflanzenviren.

Dem Menschen können sie zuweilen bei Massenauftreten durch Aufsaugen von Schweiß oder Einfliegen ins Auge lästig werden. Die Saugtätigkeit von Limothrips cerealium kann zu allergischen Reaktionen führen, Karniothrips flavipes ist als Blutsauger am Menschen bekannt.

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Einige Arten, wie z.B. Aeolothrips intermedius, sind nützliche Vertilger anderer Thysonopteren sowie von Spinnmilben und Blattläusen.


Systematik

Die Thysanopteren werden in 2 Unterordnungen eingeteilt:

U.Ord.

Merkmale

Familien

Terebrantia

Weibchen besitzen Legebohrer, mit dem die Eier in Pflanzengewebe eingestochen werden können. Männchen mit abgerundetem Hinterende.

Merothripidae , Uzelothripidae , Aeolothripidae , Adeheterothripidae , Heterothripidae , Thripidae , Fauriellidae

Tubilifera

Weibchen besitzen keinen Legebohrer. Hinterleibsende bei beiden Geschlechtern röhrenförmig verengt.

Phlaeothripidae


Literatur

Lewis, T. (1973): Thrips, Their Biology, Ecology and Economic Importance. Academic Press, New York.
Maund W. A & G. Kibbly (1998): Thysanoptra: An Identification Guide. 2nd edition, ISBN = 0851992110: 70 pp.

Mound, L. A. & B. S. Heming (1991): Thysanoptera. In: The Insects of Australia: a Textbook for Students and Research Workers. Carlton, Victoria, Melbourne University Press: pp. 510-515 .


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 09.03.02