Farbstoffgewinnung mit Hilfe von Dactylopius coccus


11. Umweltverträglichkeit der Produktionsanlage

Von Peter Wiemeler

Index

Biotechnologische Produktionsmethode

Ausblick

Literatur


Im Klimaxstadium (Projektphase 3) liegt hier ein geschlossenes System vor, das sich nahezu selbst speist. Da wir es beim Substratmaterial mit succulenten Pflanzengeweben zu tun haben, können wir systemintern lebende Wasser- und Nährstoffdepots anlegen, die in der Lage sein werden, kurzfristig ihre Reserven freizugeben. Dem System zugeführt werden muß Energie in Form von Licht und Wärme. Vorgesehen ist der Einsatz von Solartechnologie, Windkraft und Optik.


11.1. Recycling von Wasser
Vor der Weiterverarbeitung des Farbstoffes werden die Farbläuse getrocknet. Das dabei anfallende Wasser und die darin enthaltenden Eiweißstoffe werden dem Modul 3 wieder zugeführt. Gleiches gilt für die Substratblöckchen. Das entzogene Wasser wird ebenfalls dem Modul 3 zugeführt (Abb.9:).

11.2. Recycling von Dünger
Nachdem dem Substratblöckchen das Wasser entzogen wurde, wird der Rückstand als Düngemittel dem Modul 3 wieder zugeführt (Abb.9:).

11.3. Wiederverwertung durch Doppelnutzung
Das abgeerntete Substrat kann dem Modul 4 wieder zugeführt werden und erfährt so eine Doppelnutzung (Abb.9:).


11.4. Wiederverwertung durch Mehrfachnutzung
Weiterhin kann das abgeerntete Substrat auch im Modul 2 wiederverwertet werden, indem es von hier mehrere Wege innerhalb des geschlossenen Kreislaufes einschlagen kann (Abb.9:).

11.5. Pestizide
Es handelt sich hier um eine kontrollierte Naturstoffproduktion. Daher werden keine Pestizide eingesetzt.

11.6. Emissionen

Keine.

11.7. Die Rolle des Kohlendioxids in der Produktionsanlage
Beim verwendeten Substratmaterial handelt es sich um Opuntien. Opuntien sind Kakteen, die an extrem trockenen und heißen Standorten (Wüsten) überleben können. Das können sie aber nur, weil sie besondere Überlebensstragien entwickelt haben. Neben morphologischen Strategien (z.B. extreme Wasserspeichergewebe) existiert bei Opuntien die physiologische Strategie des CAM-Cyclus (Crassulaceen Acid Metabolismn). Durch diesen Cyclus werden sie in die Lage gesetzt erst nachts ihre Stomata zu öffnen, um das CO2 aus der Atmosphäre aufzunehmen.
Der Einsatz von CO2 in unserer Produktionsanlage erhöht die Stoffproduktion. Inwieweit sich ein Herausfiltern von CO2 aus der Atmosphäre sowie ein physiologischer Einbau von CO2 in Malat auf die gesamte CO2-Bilanz der Umgebung auswirkt, könnte prototypisch mit Hilfe dieser Produktionsanlage untersucht werden. Möglicherweise ergeben sich neue Aspekte der CO2-Senkung in der Atmosphäre durch CAM-Pflanzen.

Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: Jul. 12, 1998