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Nachdem alle Probleme der
Karminproduktion identifiziert und gelöst waren, wurde eine
Produktionsanlage entwickelt (Abb.9:), in der alle
Problemlösungen implementiert wurden und das jetzt vom
Projektteam in die Praxis umgesetzt wird.
Die Anlage erlaubt es, den
nachwachsenden Farbstoff Karmin in Deutschland herzustellen. Die
Produktion dieses Farbstoffes ist also nicht mehr auf einen
subtropischen Standort angewiesen.
Die Produktionsanlage arbeitet mit
zwei Kreisläufen, die miteinander verzahnt sind. Im ersten
Kreislauf (Modul 1 bis Modul 3) wird das Substrat erzeugt,
welches notwendig ist, um den zweiten Kreislauf (Modul 4 bis
Modul 9) zu speisen.
- 10.1. Erster Kreislauf in der Produktionsanlage
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In Modul 1 steht das
Substratmaterial in Form der Kladodien zur Verfügung. Auf
der Kladodienoberfläche befinden sich kleine schwarze
Punkte von etwa ±0,4
cm Durchmesser. Diese schwarzen Punkte führen den
botanischen Fachbegriff Areole. Jede Areole besitzt das
Potential, eine neue Pflanze hervorzubringen(siehe hierzu auch
Abb.8:, wo die Areolen auf dem Substratblöckchen sichtbar
sind).
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In Modul 2 ist solch ein Substratblöckchen dargestellt, das
zur Substratanzucht zunächst in das Modul 3 gegeben wird,
wo es sich weiterentwickelt, bis es die Entwicklungsstufe von
Modul 1 erreicht hat. Über den Weg von Modul 1, Modul 2 und
Modul 3 wird erreicht, daß sich das Substratmaterial
zunächst einmal auf einer bestimmten Populationshöhe
permanent regeneriert. Einzige Ausnahme: Zur
Produktionsoptimierung wird neues genetisches Material
eingeschleust.
- 10.2. Verbindung der Kreisläufe
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Über eine bestimmte Art der Vermehrungstechnik und
Behandlung des Substratmaterials ist es möglich, sehr große
Mengen an Substratblöckchen zu erzeugen. Die Menge, die
benötigt wird, um die Regeneration aufrechtzuerhalten, ist
lediglich ein Bruchteil der Menge, welche in den 2. Kreislauf
zur Beimpfung abfließen muß. Die abfließende
Menge an Substratblöckchen richtet sich nach der
Auftragslage des Unternehmens und läßt sich in Modul
1 über Umweltbedingungen puffern. Der Abfluß der
Substrate in das Modul 4 stellt die Verbindung zum 2. Kreislauf
her.
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- 10.3. Zweiter Kreislauf in der Produktionsanlage
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In Modul 4 erfolgt der wichtigste Schritt der gesamten
Produktion: Die Beimpfung des Substrates mit Junglarven. Das
beimpfte Substrat durchläuft, entsprechend den
Entwicklungsstufen der Farbläuse, die Module 5, 6, 7 und 9.
- In Modul 9 haben die Weibchen mit der Eiproduktion begonnen
und liefern damit das Beimpfungsmaterial für Modul 4. Über
diesen Weg (Modul 4, Modul 5, Modul 6, Modul 7, und Modul 9)
wird erreicht, das sich das Beimpfungsmaterial ebenfalls auf
einer bestimmten Populationshöhe permanent regeneriert.
Einzige Ausnahme auch hier: Zur betriebswirtschaftlichen
Produktionsoptimierung wird neues genetisches Material
eingeschleust. Diesen Kreislauf durchläuft nur ein
selektierter Bruchteil des beimpften Substrates.
- Der weitaus größte Teil des beimpften Substrates
wird von Modul 7 nach Modul 8 abgeleitet. In Modul 8 findet die
Ernte statt. Substrat und Kulturfarbläuse werden
voneinander getrennt. Ernteprodukte sind Kulturfarbläuse
und Substratblöckchen.
- Nachdem die Weibchen in Modul 9 ihre Eiablage beendet haben,
werden sie ebenfalls nach Modul 8 umgeleitet, wo sie als
Ernteprodukt zu behandeln sind.
- Daneben fallen erwähnenswerte Mengen eines Stoffes an,
der in der Literatur als Wachs bezeichnet wird. Hier lohnen sich
weitere Maßnahmen zu seiner Identifizierung, da
möglicherweise ein weiterer wertvoller tierischer Rohstoff
vorliegen könnte.
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