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Farbstoffgewinnung mit Hilfe von Dactylopius coccus |
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6. Internationale Produktionsmethoden |
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Von Peter Wiemeler |
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Heute fehlt es an modernen Anbaumethoden, die der steigenden Nachfrage nach Karmin in den EG-Ländern gerecht werden könnten (Rodriguez et aliter 1990). Weltweit sind nur zwei Anbauverfahren bekannt, die vermutlich beide von den peruanischen Ureinwohnern entwickelt wurden: Das Freilandverfahren und das Unter-Dach-Verfahren. |
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6.1. Freilandverfahren : Beim Freilandverfahren wird zunächst eine Opuntienanpflanzung angelegt. Nachdem die Pflanzen etwa 3 Jahre alt sind, können sie für die Karminproduktion genutzt werden. Zur Beimpfung werden kleine Stoffsäckchen mit eierlegenden Weibchen gefüllt. Diese Säckchen legt man dann in die Achseln der Kakteenglieder. Die aus den Eiern geschlüpften Larven wandern durch die Löcher der Säckchen auf die Pflanzenoberfläche und siedeln sich dort an. Nach etwa 4-6 Monaten werden die voll entwickelten Weibchen von Hand abgesammelt, getrocknet und nach verschiedenen Verfahren weiterverarbeitet. |
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6.2. Unter-Dach-Verfahren: Beim Unter-Dach-Verfahren werden einzelne Kladodien gepflückt. Die Kladodien werden übereinandergeschichtet. Über den Kladodien wird ein Gestell gesetzt, das mit einem Gazenetz bespannt ist. Zur Beimpfung werden auf diesem Netz eierlegende Weibchen gelegt. Die aus den Eiern geschlüpften Larven fallen durch die Löcher des Gazegewebes auf die Pflanzenoberfläche und siedeln sich dort an. Nachdem die Ansiedlung abgeschlossen ist, reiht man die Kladodien an Haken auf Stangen, und hängt sie in dichter Packung unter einem schützenden Dach auf. Die Ernte erfolgt dann ebenfalls nach 4-6 Monaten. |
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Last modified: Jul. 12, 1998 |
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