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Farbstoffgewinnung mit Hilfe von Dactylopius coccus |
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2. Problemstellung |
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Von Peter Wiemelers |
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130 Jahre erschien die Anwendung der synthetischer Farbstoffe für den Menschen ungefährlich, obwohl Erkrankungen bei den Arbeitern, die mit der Produktion dieser Farbstoffe beschäftigt waren, in ursächlichem Zusammenhang standen. Heute wird die Verwendung synthetischen Farben aufgrund ihrer allergieauslösenden Wirkung im pharmazeutischen Bereich grundsätzlich in Frage gestellt (Bednartz 1989). Aber auch in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie setzen sich die Naturfarbstoffe wieder durch, nachdem die krebserregende Wirkung synthetischer Farbstoffe nachgewiesen wurde (Espig 1991). Aktuell bahnt sich ein neuer Seehofer-Skandal an, weil französische Fischpasten, die den synthetischen Farbstoff E 124 enthalten, in deutschen Kaufhäusern nicht gekennzeichnet werden (Focus 1994). Aufgrund des heutigen Wissensstandes in der Medizin einerseits und den umweltpolitischen Umdenkungsprozessen andererseits, wird weltweit nach neuen Farbstoffen gesucht, die in der Natur zu finden sind. Farbstoffe finden sich zwar in der Natur in großer Anzahl (Hoppe 1975, Rehm et alias 1984, Wiesner 1927) aber meist nur in geringen Mengen in den jeweiligen Tiergeweben oder Pflanzenteilen. Also ist die Agrarwissenschaft gefordert, über neue Wege und Produktionsmethoden nachzudenken, die den Bedürfnissen von Mensch und Umwelt gerecht werden. Das Projektteam hat über neue Wege nachgedacht und sich dazu seit mehr als sechs Jahren international mit der Produktion des Naturfarbstoffes Karmin auf wissenschaftlicher Ebene beschäftigt. In Kürze wird die Produktion in Deutschland mit einem neuen Produktionsverfahren aufgenommen, wobei das Produktionsvolumen die gesamte Weltjahresproduktion umfassen soll. |
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Last modified: Mar. 21, 1998 |